Schrägparkplätze und eine verschwenkte Fahrbahn sollen den Verkehr bremsen. Wann die Stadt die Planung umsetzt, bleibt offen.
Die Maybachstraße am Neuen Messplatz soll vor der Freien Interkulturellen Waldorfschule sicherer werden. Die Stadtverwaltung stellte dem Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost ihre Pläne für den Straßenabschnitt zwischen Pettenkoferstraße und Nikolaus-Otto-Straße vor. Dort sollen künftig versetzt angeordnete Schrägparkplätze den Verkehr beruhigen. Dadurch sollen zusätzliche Stellplätze für Pkw entstehen. Gleichzeitig sollen Lastwagen dort künftig nicht mehr parken können. Die Fahrbahn soll sich auf 6,50 Meter verengen. Die versetzt angeordneten Schrägparkplätze sollen die Fahrzeuge zu mehreren leichten Richtungswechseln zwingen. Dadurch soll ihre Geschwindigkeit sinken und die Situation vor der Schule übersichtlicher werden. Einen Termin für die Umsetzung nannte die Verwaltung jedoch nicht. Sie soll erfolgen, sobald Personal und Geld verfügbar sind.
Der Umbau soll den Abschnitt entlang des Neuen Messplatzes betreffen. Nach Angaben der Verwaltung sollen sich Fußgänger*innen und Autofahrende vor der Schule künftig besser sehen können. Eine Querungshilfe ist jedoch nicht vorgesehen. Die Stadt begründet das damit, dass auf der Seite des Neuen Messplatzes kein Gehweg vorhanden ist. Stattdessen sollen die versetzt angeordneten Schrägparkplätze den Verkehr beruhigen.
Eltern und Bezirksbeirat wünschen sichere Querung
Der Wunsch nach einer sichereren Verkehrssituation vor der Schule ist nicht neu. Nach Angaben der Verwaltung befasste sich der Bezirksbeirat bereits im Jahr 2020 mit dem Thema.
Die vorgestellte Planung stieß im Bezirksbeirat auf ungewöhnlich breite Zustimmung. Gleichzeitig ging es um die Frage, wie Kinder die Straße künftig sicher überqueren können. Mehrere Mitglieder sprachen sich für eine Mittelinsel oder einen Zebrastreifen aus.
Fritz Hohenadel, Vorsitzender des Elternbeirats der Freien Interkulturellen Waldorfschule, sagte, die Schule sei bei früheren Planungen zum Thema „Sicherer Schulweg“ nicht berücksichtigt worden. Viele Kinder kämen aus dem Herzogenried mit dem Fahrrad. Wegen parkender Lastwagen und des Lieferverkehrs bezeichnete er die Verkehrssituation vor der Schule als problematisch.
Trotz der breiten Zustimmung blieb ein Punkt umstritten. Für die Verwaltung kommt ein Zebrastreifen an dieser Stelle derzeit nicht in Betracht. Sie sagte jedoch zu, den Vorschlag einer Mittelinsel nochmals zu prüfen. Außerdem verwies sie auf den geplanten barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen an der Kreuzung Maybachstraße und Max-Joseph-Straße. Dort solle sich auch die Querungssituation für Fußgänger*innen verbessern.
Radverkehr bleibt auf der Fahrbahn
Einen Radweg sieht die Planung nicht vor. Radfahrende sollen die Fahrbahn weiterhin gemeinsam mit dem übrigen Verkehr nutzen. An mehreren Stellen sollen zusätzliche Fahrradbügel entstehen.
Nach Angaben der Verwaltung sollen die Schrägparkplätze auch die Sicherheit für Radfahrende verbessern. Anders als bei Längsparkplätzen sei die Gefahr geringer, dass sich plötzlich eine Autotür öffnet (Dooring-Unfall). Außerdem bleibe die Straße breit genug, damit auch Busse und Lastwagen aneinander vorbeifahren können.
Zeitpunkt der Umsetzung bleibt unklar
Die Stadt will die vorgestellte Variante weiterverfolgen. Wann die Arbeiten beginnen können, bleibt jedoch offen. Nach Angaben der Verwaltung hängt die Umsetzung von den verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen ab. Einen Zeitplan oder Angaben zu den erwarteten Kosten nannte die Verwaltung im Bezirksbeirat nicht.

