Die Stadt nennt konkrete Öffnungszeiten für das Kombibad. Für Schulen und Vereine entsteht zuvor eine vierwöchige Pause.
Das neue Kombibad im Herzogenried in der Neckarstadt soll am 20. März 2027 erstmals für Badegäste öffnen. Einen Tag zuvor plant die Stadt die offizielle Einweihung. Im Sportausschuss am 15. September stellte die Verwaltung auch das geplante Betriebskonzept vor. Dabei ging es um Öffnungszeiten, Personal, Kosten und den Übergang vom Herschelbad.
Die Einweihung soll am Freitag, 19. März, um 16 Uhr stattfinden. Für Samstag und Sonntag, 20. und 21. März, plant die Stadt den ersten öffentlichen Badebetrieb. In der Woche davor könnte es bereits einzelne Veranstaltungen geben. Welche das sein werden, steht noch nicht fest. Fachbereichsleiter Uwe Kaliske sprach im Ausschuss von möglichen „Pre-Events“.
Das Gebäude soll Mitte Dezember an die Stadt übergeben werden. Danach beginnt die technische Inbetriebnahme. Kaliske betonte, dass diese noch keine Öffnung für Badegäste bedeutet. Die Stadt muss zunächst die notwendigen Tests durchführen. Erst danach kann der Badebetrieb beginnen.
Frühschwimmen an zwei Tagen geplant
Das Kombibad soll täglich öffnen. Dienstags und donnerstags ist Frühschwimmen von 6 bis 8 Uhr vorgesehen. Werktags sollen Schulen das Bad von 8 bis 10 Uhr allein nutzen. Ab 10 Uhr plant die Stadt teilweise einen Parallelbetrieb mit der Öffentlichkeit. Abends sollen Vereine und Öffentlichkeit gleichzeitig Wasserflächen nutzen können.
Am Wochenende sollen zunächst die Vereine an der Reihe sein. Sie können das Bad nach der bisherigen Planung von 8 bis 10 Uhr exklusiv nutzen. Ab 10 Uhr ist öffentlicher Badebetrieb vorgesehen. Kaliske bezeichnete das Konzept als vorläufig. Die Stadt will zunächst die Erfahrungen des ersten Betriebsjahres auswerten und die Belegung bei Bedarf anpassen.
Für das Kombibad plant die Stadt zudem 15 zusätzliche Vollzeitstellen gegenüber dem Herschelbad. Kaliske sprach von Vollzeitäquivalenten. Die Stellen können deshalb auf mehr als 15 Personen verteilt werden. Das zusätzliche Personal wird unter anderem für Aufsicht, Reinigung und Kasse gebraucht. Zwei Stellen sind für Elektronik sowie Mess- und Regeltechnik vorgesehen.
Im gesamten Bäderbereich gibt es derzeit rund 65 Stellen. Sie verteilen sich laut Kaliske auf etwa 85 Beschäftigte. Dazu gehören Saisonkräfte und Menschen mit Minijobs. Die Suche nach Fachkräften sei schwierig, erklärte Kaliske. Besonders Fachangestellte für Bäderbetriebe seien knapp. Manche Stadtwerke im Umland zahlen laut Kaliske bei vergleichbarer Eingruppierung monatlich 400 bis 600 Euro mehr. Auch Schichtarbeit und Wochenenddienste erschwerten die Personalsuche.
Die Stadt hat die Planstellen des Herschelbads bereits dem Kombibad zugeordnet. Im Winter sollen die Stellen des bisherigen Herzogenriedbads folgen. Im Haushalt werden Hallen- und Freibad dann gemeinsam als Kombibad geführt.
Vier Wochen Pause für Schulen und Vereine
Das Herschelbad soll schrittweise schließen. Für die Öffentlichkeit bleibt es nach derzeitiger Planung bis zum 20. Dezember 2026 geöffnet. Schulen und Vereine sollen das Bad noch bis Anfang oder Mitte Februar nutzen können. Danach rechnet die Verwaltung mit einer Pause von etwa vier Wochen. Sie will prüfen, ob sich diese Zeit bei Bedarf durch zusätzliche Belegungen in anderen Bädern überbrücken lässt.
Im März hatte die Stadt Auswirkungen der Verzögerung auf Schulen, Vereine und den Schwimmunterricht auf Anfrage des Neckarstadtblogs noch mit „keine“ angegeben. Damals wurde die weitere Nutzung des Herschelbads noch geprüft.
Für die Öffentlichkeit gibt es bereits Einschränkungen. Laut Kaliske musste die Stadt die öffentlichen Schwimmzeiten im Herschelbad reduzieren. Schulen und Vereine benötigen dort derzeit mehr Belegungszeiten. Kaliske verwies auf die drei anderen Mannheimer Hallenbäder. Dort gebe es an fast jedem Tag weitere öffentliche Schwimmzeiten.
Kostenpuffer ist fast aufgebraucht
Für den Bau stehen weiterhin 64,6 Millionen Euro bereit. Der finanzielle Puffer ist inzwischen auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschrumpft. Die Verwaltung geht dennoch davon aus, die Baumaßnahme mit dem vorhandenen Budget abschließen zu können. Bei den verbleibenden Bauarbeiten erwartet sie derzeit keine Risiken im hohen sechsstelligen Bereich.
Weitere Nachträge sind bis zur Übergabe des Gebäudes aber noch möglich. Davon getrennt betrachtet die Stadt laufende oder mögliche Rechtsstreitigkeiten mit beteiligten Unternehmen. Zu deren finanziellen Risiken nannte Kaliske im öffentlichen Teil keine Zahlen. Diese wollte er anschließend im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses erläutern.
Um den Kostenrahmen einzuhalten, hat die Stadt einzelne Arbeiten zurückgestellt. Die Sommerumkleide ist im Rohbau fertig. Den Innenausbau verschob die Verwaltung zunächst. Für den Freibadbetrieb stehen weiterhin die bisherigen Umkleiden zur Verfügung. Kaliske erwartet deshalb dadurch keine Einschränkungen.
Nach Angaben Kaliskes sollen die übrigen Außenanlagen bis Ende 2026 fertig sein. Eine Ausnahme bildet der neue Parkplatz neben dem Kaufland. Auf der Fläche stehen noch Baucontainer. Die Stadt will den Parkplatz erst herrichten, wenn sie diese nicht mehr benötigt.
Eintrittspreise sollen im November feststehen
Die Eintrittspreise für das Kombibad stehen noch nicht fest. Die Verwaltung hat ihre Vorschläge bereits im Arbeitskreis Bäder beraten. Nach dem von Kaliske genannten Zeitplan sollen die Preise am 5. November in den Sportausschuss kommen. Der Hauptausschuss soll am 10. November darüber beraten. Die Entscheidung im Gemeinderat ist für den 17. November vorgesehen.
Mit den geplanten Eintrittspreisen und weiteren Einnahmen strebt die Verwaltung einen Kostendeckungsgrad von 45 bis 50 Prozent an. Die Preise sollen damit rechtzeitig vor Weihnachten feststehen. Nach Angaben Kaliskes sollen dann bereits Gutscheine für das neue Kombibad erhältlich sein.
Auch die Gastronomie ist noch nicht vergeben. In der ursprünglichen Ausschreibung hatte die Stadt den 30. Juni 2026 als Bewerbungsfrist genannt. Kaliske sagte im Sportausschuss am 15. September jedoch, die Ausschreibungsfrist laufe noch. Eine Handvoll Bewerbungen sei bereits eingegangen. Ob die Stadt die Frist verlängert oder eine neue Ausschreibung gestartet hat, ging aus seinen Angaben nicht hervor.
Quellen: Sitzung des Sportausschusses der Stadt Mannheim vom 15. September 2026, eigene Recherchen

