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Grüne Wiese am Herzogenriedbad bleibt

Um die 150 Eltern und Kinder protestierten für den Erhalt ihrer geliebten Wiese | Foto: M. Schülke

Nach anhaltendem Protest gegen Parkplatzpläne am Herzogenriedbad reagiert die Stadt. Die Wiese vor dem Bad soll nun erhalten bleiben.

Gute Nachrichten für die Freundinnen und Freunde der Wiese vor dem Herzogenriedbad: Die Grünfläche zwischen Freibadeingang und den Kinderhäusern soll nun doch erhalten bleiben. Die Stadt Mannheim will die Planung für den sogenannten Parkplatz Ost ändern. Statt auf der Wiese soll der Parkplatz künftig auf eine andere Fläche verlegt werden.

Das geht aus einer aktuellen Informationsvorlage der Verwaltung hervor. Demnach sollen die vorgesehenen Stellplätze künftig auf der bisherigen Baustelleneinrichtungsfläche zwischen Kaufland und Max-Joseph-Straße entstehen.

Breiter politischer Druck

Die ursprüngliche Planung hatte in den vergangenen Monaten für deutlichen Protest gesorgt. Eine Petition zum Erhalt der Wiese fand viel Unterstützung im Stadtteil. Auch politisch wurde das Thema aufgegriffen. Im Gemeinderat wurde die Parkplatzplanung angesprochen, etwa im Zusammenhang mit den Vergabebeschlüssen für das Kombibad. Mehrere Fraktionen brachten eigene Anträge zur Stellplatzfrage ein.

Mit der nun vorgeschlagenen Verlagerung greift die Verwaltung eine Lösung auf, die auch in der öffentlichen Diskussion immer wieder vorgeschlagen worden war. Auch im Rahmen unserer Berichterstattung wurde diese Fläche bereits als mögliche Alternative genannt.

Viele Menschen im Stadtteil dürften die Entscheidung daher als Erfolg ihres Engagements verstehen. In der Begründung der Verwaltung spielen die Proteste jedoch keine Rolle.

Stellplatzzahl bleibt unverändert

An der Zahl der Parkplätze ändert sich durch die Umplanung nichts. Für das Kombibad sind weiterhin insgesamt 137 Stellplätze vorgesehen. Davon entfallen 58 auf den sogenannten Parkplatz Ost.

Dieser Parkplatz soll jedoch künftig auf der aktuellen Baustelleneinrichtungsfläche entstehen. Diese liegt direkt an der Max-Joseph-Straße, in direkter Sichtlinie zum künftigen Eingang des Kombibads und nicht mehr an den Kinderhäusern.

Verwaltung nennt ökologische Gründe

Zur Begründung der Änderung schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage, im Rahmen von „Überlegungen über ökologische Verbesserungen und Synergien“ sei geprüft worden, den geplanten Parkplatz zu verlegen.

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Weiter heißt es wörtlich: „Es wurde festgestellt, dass die 58 benötigten Stellplätze auf der Baustelleneinrichtungsfläche errichtet werden können.“ Die ursprünglich vorgesehene Parkplatzfläche hätte rund 4.040 Quadratmeter umfasst. Die Baustelleneinrichtungsfläche ist mit etwa 2.060 Quadratmetern deutlich kleiner. Nach Einschätzung der Verwaltung reicht die Fläche dennoch aus, um die benötigten Stellplätze unterzubringen.

In der Vorlage wird außerdem festgehalten: „Im Zuge der Umplanung muss das Baufeld des Kombibades um die Baustelleneinrichtungsfläche erweitert werden. Hierfür erforderliche Prozesse sind derzeit in Klärung. Finanziell wird die Umplanung keine Mehrkosten verursachen.“

Bestehende Grünfläche bleibt

Für die Freundinnen und Freunde der Wiese ist die entscheidende Nachricht indes eine andere: Die Fläche zwischen den Kinderhäusern und dem Herzogenriedbad wird nach der aktuellen Planung nicht mehr zu einem Parkplatz umgebaut.

Der Bolzplatz (Emanuel-Geibel-Stadion) sowie die bestehenden Bäume in der Grünfläche sollen vollständig erhalten bleiben und laut Vorlage ist dort „weiterhin wie geplant die Neupflanzung von Bäumen vorgesehen“. Weitere Veränderungen der Fläche beschreibt die Vorlage nicht.

Damit bleibt die Wiese zwischen den Kinderhäusern und dem Herzogenriedbad als frei zugängliche Grünfläche erhalten. Die geänderte Planung trägt damit auch den Anliegen Rechnung, die in den vergangenen Monaten aus dem Stadtteil vorgebracht wurden.

Die Initiatorin der Petition, Annika Bohn, bewertet die Entwicklung positiv: „Ich finde es toll, dass über die Petition Menschen zusammen gekommen sind, um sich für ihren Stadtteil einzubringen. Dadurch haben viele Bürger*innen im weiteren Prozess auf die Gemeinderatsmitglieder eingewirkt. Jetzt feiern wir, dass wir unser Ziel erreicht haben und unser Stadtteil an dieser Stelle grün bleibt.“

Eine Stellungnahme von Bürgermeister Ralf Eisenhauer war gestern am späten Abend nicht mehr zu erhalten.

Quellen: Informationsvorlage im Bürgerinformationssystem der Stadt Mannheim, eigene Recherchen

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