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Ab 2026 kein Gehwegparken in der Neckarstadt-West (Update)

Das Parken wird in der Neckarstadt-West neu geregelt (Symbolbild) | Foto: M. Schülke

Ab 2026 wird Gehwegparken in der Neckarstadt-West nicht mehr geduldet. Wer trotzdem parkt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Wie schon zuvor in der Neckarstadt-Ost soll auch in der Neckarstadt-West das Parken auf Gehwegen künftig unterbunden werden. Die Stadtverwaltung stellte am Mittwochabend im Bezirksbeirat Neckarstadt-West ihre aktualisierten Pläne zur Umsetzung vor.

Hintergrund:

Die Straßenverkehrsordnung verbietet grundsätzlich das Parken auf Gehwegen, es sei denn, es ist durch Markierungen oder Schilder ausdrücklich erlaubt. Entgegen dieser Regelung hat Mannheim das Gehwegparken jahrelang geduldet. Aufgrund eines Erlasses des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg aus 2020 wurde nun eine Neuregelung erforderlich. Mannheim setzt dies sukzessive um und prüft den Straßenraum auf die Einhaltung der Vorgaben, um ein ausgewogenes Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten.

Gehwege müssen eine Breite von mindestens 1,50 Metern behalten, damit Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Gehhilfen ungehindert passieren können. Außerdem muss gemäß der Straßenverkehrsordnung beim Parken auf der Fahrbahn eine Restfahrbahnbreite von mindestens drei Metern verbleiben.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Stadt Mannheim.

Bereits 2024 hatte die Stadt angekündigt, die Neuordnung des Gehwegparkens in der Neckarstadt-West im Laufe des Jahres 2025 zu starten. Ende September 2025 hieß es, dass die Umsetzung im Oktober 2025 beginnen solle – verbunden mit dem Ausbau der geplanten Fahrradzone. Dieser Zeitplan hat sich verschoben: Nach aktueller Planung sollen die baulichen Maßnahmen im Laufe des Jahres 2026 umgesetzt werden, mit einem Abschluss bis Juni. Die Umstellung auf Bewohnerparken ist nun für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.

Radverkehr, Markierungen, Infrastruktur

Die geplanten Maßnahmen betreffen nicht nur die Parkregelung, sondern den gesamten Straßenraum. Vorgesehen sind 100 neue Fahrradabstellbügel, 400 Absperrpfosten sowie rund 1.400 Quadratmeter rot eingefärbte Flächen zur Markierung von Fahrradstraßen und einer Fahrradzone. Zusätzlich sollen neue Parkstände durch Weißmarkierungen abgegrenzt werden. Die Stadt will damit unter anderem die Sichtbeziehungen an Einmündungen verbessern, das Zuparken von Gehwegen beenden und die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr verbessern.

Gebührenpflichtiges Parken und Bewohnerparken

Parallel zur baulichen Umgestaltung wird auch eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Künftig soll das Parken in weiten Teilen der Neckarstadt-West kostenpflichtig werden. Im dritten Quartal 2026 ist darüber hinaus die Einführung des Bewohnerparkens vorgesehen. Wer im Quartier wohnt, kann dann einen kostenpflichtigen Parkausweis beantragen. Die Stadt will damit die Verfügbarkeit von Stellplätzen für Anwohnende erhöhen und den Parksuchverkehr reduzieren.

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Mehrsprachige Information angekündigt

Um alle Haushalte im Stadtteil zu erreichen, ist ein mehrsprachiges Informationsschreiben angekündigt. Es soll rechtzeitig vor Beginn der Maßnahmen verschickt werden und auch Personen ohne Deutschkenntnisse über die Änderungen informieren.


Ergänzung (Stand: 1. Februar 2026):

Anm. d. Red.: Da wir der Sitzung des Bezirksbeirats Neckarstadt-West am 31. Januar 2026 nicht beiwohnen konnten, verweisen wir auf die ausführliche Berichterstattung des Mannheimer Morgen. Der dort veröffentlichte Artikel liefert zahlreiche weiterführende Informationen zum Stand der Planungen, auf die wir hier zurückgreifen, um auch unsere Leser*innen möglichst umfassend zu informieren.

Weitere Details zu Markierungen und Kosten

Die geplanten baulichen Anpassungen in der Neckarstadt-West beinhalten laut Mannheimer Morgen insgesamt 8,7 Kilometer neue Weißmarkierungen allein für Parkstände. Die Stadt beziffert die voraussichtlichen Gesamtkosten der baulichen Maßnahmen auf rund 500.000 Euro. Darüber hinaus soll auf Schulwegen eine durchgängige Gehwegbreite von 1,80 Metern eingehalten werden, wodurch das Parken dort vollständig entfallen wird. Damit reagiert die Verwaltung auf besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit von Kindern auf Schulwegen.

Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung

Die Parkraumbewirtschaftung soll sich an den örtlichen Straßenverhältnissen orientieren. In größeren Straßen mit ausreichender Breite ist vorgesehen, sowohl Kurzzeitparken mit Parkscheinen als auch das Bewohnerparken zu ermöglichen. In besonders engen Straßen soll ausschließlich das Bewohnerparken gelten. Für Besucher*innen, die ganztägig im Viertel parken wollen, sollen Stellflächen in der Dammstraße und auf dem Parkplatz Erlenstraße zur Verfügung stehen. Dort ist eine Tagespauschale von acht Euro vorgesehen.

Fortschritt bei der Vorbereitung

Seit Oktober 2025 montiert die Stadtverwaltung bereits Rohrpfosten, an denen die neue Beschilderung später angebracht wird. Die endgültige Beschilderung erfolgt laut Verwaltung erst, wenn alle vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sind. Durch die Neuordnung sollen etwa neun Prozent der bislang nur geduldeten, aber nicht legalen Stellflächen entfallen. Der Preis für einen Bewohnerparkausweis beträgt laut Stadt 127 Euro pro Jahr, was einem Tagespreis von etwa 30 Cent entspricht.

Weitere Maßnahmen in Diskussion

Eine Quartiersgarage wird von der Verwaltung als wirtschaftlich nicht umsetzbar eingeschätzt. Stattdessen soll eine stärkere Nutzung bereits vorhandener privater Stellplätze und Garagen angestrebt werden. Für Lehrkräfte prüft die Stadt derzeit, ob eine temporäre Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden kann. Im Gespräch ist eine zeitlich begrenzte Parkberechtigung auf Anwohnerstellplätzen an Werktagen zwischen 7 und 14 Uhr.

Quellen: Präsentation „Ruhender Verkehr“, vorgestellt in der Bezirksbeiratssitzung Neckarstadt-West am Mittwoch, 28. Januar 2026, Mannheimer Morgen

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