Aktuelles Stadtentwicklung

Platz für Menschen statt Park­plätze am Neumarkt

Der Neumarkt wird zur Stadtbühne mit Sitztribüne. Dafür werden Parkplätze verlagert. Eine Sperrung der Lutherstraße soll das Bürgerhaus besser anbinden.

Korrektur: Die MWSP hat uns darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung „Sitztribüne“ nicht zutreffend ist. Unserem  Fehler liegt eine irreführende Beschriftung der Entwurfsskizze zugrunde. Wir bitten um Verzeihung.

Pressemitteilung der MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH (MWSP):

Um die Aufenthaltsqualität zu steigern und dabei neue Nutzungsmöglichkeiten für die BewohnerInnen des Stadtteils zu schaffen, wird der Neumarkt in den kommenden Monaten punktuell umgestaltet. Hierüber informierte das Team der Lokalen Stadterneuerung (LOS) am Montag, den 24.06.2019 bei einer Anwohnerveranstaltung vor Ort.

Das Team der Lokalen Stadterneuerung (LOS) informierte am Montag, 24.06.2019 bei einer Anwohnerveranstaltung vor Ort | Foto: MWSP
Das Team der Lokalen Stadterneuerung (LOS) informierte am Montag, 24.06.2019 bei einer Anwohnerveranstaltung vor Ort | Foto: MWSP

Neben dem Neckarvorland nimmt der Neumarkt als öffentlicher und zentraler Platz eine wichtige Rolle im Stadtteil ein. Seine derzeitige Ausgestaltung entspricht nicht mehr den Anforderungen eines Vielfaltsquartiers.

Aus dem in 2018 dazu durchgeführten Wettbewerb ging als Gewinner die Bürogemeinschaft GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN und Trint + Kreuder d.n.a Architekten Part GmbH hervor. Nach diesem Entwurf sind neben punktuellen Anpassungen und Reparaturen nur wenige Maßnahmen nötig, um einen qualitativen Mehrwert zu erzielen.

Stadtbühne am Neumarkt

Als eine der ersten Maßnahmen wird ein Teil der Parkplätze vor der Neckarschule dem öffentlichen Raum und damit den BewohnerInnen zurückgegeben. Die Stellplätze werden in die Dammstraße verlagert. Hierfür wird eine ca. 650 Quadratmeter große Fläche ab dem 28. Juni abgesperrt. Die Abgrenzung wird vorerst nicht durch Poller, sondern mittels Sitzbänken und Blumenkübeln erzielt. Somit wird hier von Beginn an ein weiteres Nutzungsangebot geschaffen.

Die dadurch frei gewordene Fläche wird zudem künstlerisch hervorgehoben. Für den Entwurf des Gestaltungskonzeptes findet bereits ein Wettbewerb mit lokalen Künstlern aus dem Stadtteil statt. Um die BewohnerInnen in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen, werden die Entwürfe ab dem 5. Juli für eine Woche vor Ort ausgestellt und per Stimmzettel und Urne über den Gewinner entschieden. Die Umsetzung erfolgt dann ab August durch eine Fachfirma.

Weniger Verkehr und Parkplätze am Neumarkt

Für die Umgestaltung des Neumarkts sind der ruhende und fließende Verkehr ein entscheidendes Element.

In der Dammstraße werden bis zum 28. Juni die Markierungsarbeiten für die Neuordnung der Parkflächen fertiggestellt sein, so dass es dort künftig 74 Parkmöglichkeiten, statt bisher 44, geben wird.

Im Zuge der Maßnahmen in der Dammstraße wird zudem eine durchlaufende 30er-Zone eingerichtet, die Beleuchtung erneuert, sowie bis Mitte Juli neue Beleuchtungsmasten entlang des Neckardammweges installiert. Diese Arbeiten sind bis Mitte Juli abgeschlossen.

Das Bürgerhaus Neckarstadt-West | Foto: M. Schülke
Das Bürgerhaus Neckarstadt-West | Foto: M. Schülke

Für eine stärkere Verbindung zwischen der Platzfläche Alter Messplatz, ALTER und dem Neckaruferbereich wird der Straßenbereich vollflächig mit blauer Farbe markiert. Diese Markierung wird bis Ende Juni ausgeführt.

Auch in der Lutherstraße, zwischen Zehntstraße und Pestalozzistraße, wird der Verkehr so umgeleitet, dass das Bürgerhaus auch städtebaulich ein fester Bestandteil des Neumarkts wird.

Sitzbänke aus Handarbeit

Das Stadtbild wird nicht allein durch seine Gebäude und Straßen geprägt, sondern vor allem durch die Gestaltung seines Freiraums. Das Team der LOS hat sich diesen Aspekt zur Aufgabe gemacht: Im Februar wurden die Räume der ehemaligen Sparkasse in der Mittelstraße als offene Werkstatt genutzt, um gemeinsam mit Flüchtlingen und Künstlern des Einraumhaus e.V., sowie Jugendlichen aus der Neckarstadt-West besondere Stadtmöbel zu bauen.

Die durch dieses Projekt entstandenen bunten Stadtbänke sind untypisch in ihrer Form, außerordentlich in ihrer Größe und sind ebenso vielfältig wie die BewohnerInnen der Neckarstadt-West selbst. Sie sollen dazu einladen, gemütlich Platz zu nehmen, eine Pause zu machen, den Austausch zwischen den BewohnerInnen zu fördern und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Nun steht die erste Bank am Neumarkt vor dem Bürgerhaus!

Öffentliche Toilette am Neumarkt

Mit der öffentlichen Toilette, welche am 22. Juni am Neumarkt aufgestellt wurde, kommt die LOS den Forderungen nach einer öffentlichen Toilette am Neumarkt nach und schafft damit ein bedarfsgerechtes Angebot.

Bei der Toilette handelt es sich um eine mobile sogenannte Trockentoilette mit zwei Kabinen. Während der sechsmonatigen Testphase sollen der Ort, sowie die Nutzung und Akzeptanz im Stadtteil erprobt werden. Sollte sich dieser Test bewähren, folgen weitere Prüfungen für einen langfristigen Standort einer festinstallierten öffentlichen Toilettenanlage.

Die Holzverkleidung der Toilette wird in den nächsten Wochen in einem zweitägigen Workshop vom Street-Art-Kollektiv „Studio 68“, mit Kindern der Nachbarschaft bemalt. So soll sich die Anlage noch besser in die Umgebung einfügen.

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2 Kommentare zu “Platz für Menschen statt Park­plätze am Neumarkt

  1. Ich befürchte einen Interessenkonflikt zwischen den Hundebesitzern, die die zukünftige Spielwiese weiterhin als Gassiwiese gebrauchen könnten und den neu zugedachten Benutzern der Spielwiese. Hat jemand eine Idee, wie man die Leute fair und friedlich umgewöhnen könnte?
    Alles in allem aber tolle Ideen und die Geschwindigkeit der Umsetzungen ist beachtlich :)
    Danke an alle Beteiligten!
    Bo

  2. Strafzettelsammler

    Um den Neumarkt herum brauchen wir nicht „neue Nutzungsmöglichkeiten“, sondern schlicht genug Parkraum. Schon vor Absperrung der Parkplätze auf dem Neumarkt war nie genug Parkraum vorhanden. Da helfen auch 30 neue Parkplätze an der Dammstr. nicht. Wenn man zu arbeitenden Bevölkerung zählt und jeden Abend nochmal 30 Minuten in die Parkplatzsuche investieren muss oder eben ein Knöllchen riskiert, ist das hochgradig frustrierend. Wenn man beruflich auf das Auto angewiesen ist, ist Fahrrad fahren halt keine Alternative, damit komme ich nicht in den Schwarzwald zum Kunden.
    Von dem ganzen zusätzlichen Lärm, der durch die Bühne und ihre Besucher des Nachts in alle Seitenstrassen getragen wird, will ich gar nicht anfangen.
    In meinen Augen ist das Ganze eine grandiose Fehlplanung und ein Stinkefinger in Richtung derer, die einfach nur ihr Auto parken wollen nach der Arbeit und dann in Ruhe schlafen.
    So kann man die letzten normalen Leute

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