Die Eichbaum Brauerei in Wohlgelegen (Archivbild 2018) | Foto: M. Schülke
Die Gläubiger stimmen für die Fortführung von Eichbaum. Ein Investor soll übernehmen. Die meisten Beschäftigten verlieren wohl ihren Job.
Die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum soll fortgeführt werden. Das berichten Mannheimer Morgen und SWR übereinstimmend. Demnach hat am Dienstag auch die Gläubigerversammlung einem entsprechenden Vorschlag zugestimmt. Bereits am Montag hatte sich der Gläubigerausschuss für diesen Weg ausgesprochen.
Damit ist die zentrale Frage im Insolvenzverfahren entschieden. Statt einer Abwicklung soll die Brauerei unter neuer Eigentümerstruktur weiterarbeiten.
Unbekannter Investor soll einsteigen
Nach übereinstimmenden Medienberichten ist ein Finanzinvestor Teil des Fortführungskonzepts. Wer genau künftig einsteigt und wie die neue Gesellschafterstruktur aussehen wird, ist bisher nicht öffentlich bekannt.
Der Mannheimer Morgen berichtete, dass konkrete Angaben zur geplanten Übernahme noch fehlen. Auch der SWR meldete, dass Details zum Investor nicht genannt wurden.
Zwei Drittel werden wohl ihren Job verlieren
Klar ist hingegen, dass die Fortführung mit massiven Einschnitten verbunden ist. Während in einer früheren Phase noch von geringeren Kürzungen die Rede war, berichten Mannheimer Morgen und SWR inzwischen übereinstimmend von einem deutlich größeren Stellenabbau.
Demnach könnten rund zwei Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. Der Mannheimer Morgen schrieb unter Berufung auf den früheren Betriebsratschef und heutigen Berater Georg Dohr, die Zahl der Beschäftigten solle auf unter 100 sinken. Der SWR berichtete, etwa 200 von fast 300 Mitarbeitenden könnten ihren Arbeitsplatz verlieren.
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Stadt spricht von besserer Lösung
Die Stadt Mannheim bewertet die Entscheidung als die bessere der verbliebenen Optionen. In einer Presseinformation erklärte Oberbürgermeister Christian Specht, bei Eichbaum könne es weitergehen. Das sei eine gute Nachricht für die Stadt und für Freund*innen der traditionellen kurpfälzischen Braukunst.
Gleichzeitig machte Specht deutlich, dass die Entscheidung viele Menschen hart trifft. Die Fortführung sei nur mit einer deutlich verkleinerten Belegschaft möglich. Das belaste die betroffenen Mitarbeitenden und ihre Familien. Eine vollständige Schließung wäre aus Sicht der Stadt jedoch die schlechtere Alternative gewesen, weil dann alle Arbeitsplätze verloren gegangen wären.
Nach Angaben der Stadtverwaltung hat diese den Prozess begleitet und Gespräche mit Vertreter*innen der Brauerei sowie mit möglichen Investor*innen geführt.
Zukunft bleibt in vielen Punkten offen
Eichbaum hatte Ende Oktober 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Seitdem wurde nach einer Lösung für den Standort gesucht.
Der Mannheimer Morgen berichtet, dass in den kommenden Wochen unter anderem ein Sozialplan, ein Interessenausgleich und ein Insolvenzplan ausgearbeitet werden sollen. Für viele Beschäftigte bleibt die Lage damit weiter unsicher.
Laut Mannheimer Morgen soll der Standort in Mannheim erhalten bleiben. Auch die Marke Eichbaum würde demnach weitergeführt. Weitere Details zum Konzept werden in den nächsten Wochen erwartet.
Quellen: Mannheimer Morgen, SWR, Stadt Mannheim
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Die Gläubiger stimmen für die Fortführung von Eichbaum. Ein Investor soll übernehmen. Die meisten Beschäftigten verlieren wohl ihren Job.
Die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum soll fortgeführt werden. Das berichten Mannheimer Morgen und SWR übereinstimmend. Demnach hat am Dienstag auch die Gläubigerversammlung einem entsprechenden Vorschlag zugestimmt. Bereits am Montag hatte sich der Gläubigerausschuss für diesen Weg ausgesprochen.
Damit ist die zentrale Frage im Insolvenzverfahren entschieden. Statt einer Abwicklung soll die Brauerei unter neuer Eigentümerstruktur weiterarbeiten.
Unbekannter Investor soll einsteigen
Nach übereinstimmenden Medienberichten ist ein Finanzinvestor Teil des Fortführungskonzepts. Wer genau künftig einsteigt und wie die neue Gesellschafterstruktur aussehen wird, ist bisher nicht öffentlich bekannt.
Der Mannheimer Morgen berichtete, dass konkrete Angaben zur geplanten Übernahme noch fehlen. Auch der SWR meldete, dass Details zum Investor nicht genannt wurden.
Zwei Drittel werden wohl ihren Job verlieren
Klar ist hingegen, dass die Fortführung mit massiven Einschnitten verbunden ist. Während in einer früheren Phase noch von geringeren Kürzungen die Rede war, berichten Mannheimer Morgen und SWR inzwischen übereinstimmend von einem deutlich größeren Stellenabbau.
Demnach könnten rund zwei Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. Der Mannheimer Morgen schrieb unter Berufung auf den früheren Betriebsratschef und heutigen Berater Georg Dohr, die Zahl der Beschäftigten solle auf unter 100 sinken. Der SWR berichtete, etwa 200 von fast 300 Mitarbeitenden könnten ihren Arbeitsplatz verlieren.
Stadt spricht von besserer Lösung
Die Stadt Mannheim bewertet die Entscheidung als die bessere der verbliebenen Optionen. In einer Presseinformation erklärte Oberbürgermeister Christian Specht, bei Eichbaum könne es weitergehen. Das sei eine gute Nachricht für die Stadt und für Freund*innen der traditionellen kurpfälzischen Braukunst.
Gleichzeitig machte Specht deutlich, dass die Entscheidung viele Menschen hart trifft. Die Fortführung sei nur mit einer deutlich verkleinerten Belegschaft möglich. Das belaste die betroffenen Mitarbeitenden und ihre Familien. Eine vollständige Schließung wäre aus Sicht der Stadt jedoch die schlechtere Alternative gewesen, weil dann alle Arbeitsplätze verloren gegangen wären.
Nach Angaben der Stadtverwaltung hat diese den Prozess begleitet und Gespräche mit Vertreter*innen der Brauerei sowie mit möglichen Investor*innen geführt.
Zukunft bleibt in vielen Punkten offen
Eichbaum hatte Ende Oktober 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Seitdem wurde nach einer Lösung für den Standort gesucht.
Der Mannheimer Morgen berichtet, dass in den kommenden Wochen unter anderem ein Sozialplan, ein Interessenausgleich und ein Insolvenzplan ausgearbeitet werden sollen. Für viele Beschäftigte bleibt die Lage damit weiter unsicher.
Laut Mannheimer Morgen soll der Standort in Mannheim erhalten bleiben. Auch die Marke Eichbaum würde demnach weitergeführt. Weitere Details zum Konzept werden in den nächsten Wochen erwartet.
Quellen: Mannheimer Morgen, SWR, Stadt Mannheim
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