„In der Neckarstadt tut sich etwas“

Die Mittelstraße in Neckarstadt-West | Foto: Neckarstadtblog
Die Mittelstraße in Neckarstadt-West | Foto: Neckarstadtblog

In einer Pressemitteilung wehrt sich die Mannheimer SPD gegen die Behauptungen Düzen Tekkals und verweist auf positive Entwicklungen.

Pressemitteilung der SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim:

Mit großem Unverständnis reagiert die SPD auf die Äußerungen von Düzen Tekkal in der Politik-Talkshow von Anne Will über die vermeintliche No-Go-Area Neckarstadt-West. Die Bemühungen im Stadtteil sind trotz großer Aufgaben unverkennbar.

Auch mit Kind und Kegel macht die Neckarstadt Halt am Kiosk (Archivbild) | Foto: Neckarstadtblog
Auch mit Kind und Kegel macht die Neckarstadt Halt am Kiosk (Archivbild) | Foto: Neckarstadtblog

Thorsten Riehle, Stadtrat vor Ort erklärt: „In der Neckarstadt tut sich unverkennbar etwas: Mit der Ansiedlung des Stadtarchivs erwarten wir uns neue Impulse für den Stadtteil. Die Polizei ist energisch im Stadtteil unterwegs. Ein aktueller Beleg dafür ist die Bekämpfung der Drogenkriminalität vor allem am Neckarufer. Sichtbare Zeichen für die Bürgerinnen und Bürger sind die Aufwertung des Riedfeldplatzes, die Sicherung des Kulturkiosks am Neumarkt und die Sanierung und Aufwertung des Spielplatzes in der Mittelstraße.“ Natürlich verkenne man nicht die Lage und die Situation, die weiterhin angespannt sei. „Und genau deshalb kümmern sich Verwaltung, Politik, Justizbehörden und Sozialverbände um den Stadtteil.“

Der „Riedfeldplatz“ soll zum Aufenthalt einladen. Dafür arbeiten Bürger/innen, Politik und Stadtverwaltung zusammen (Archivbild) | Foto: Nasrin Mir Shakkeh
Der „Riedfeldplatz“ soll zum Aufenthalt einladen. Dafür arbeiten Bürger/innen, Politik und Stadtverwaltung zusammen (Archivbild) | Foto: Nasrin Mir Shakkeh

Der Neckarstädter Stadtrat und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Reinhold Götz betont: „Das Bemühen um die Neckarstadt ist groß. In Kürze startet nun auf unseren Antrag hin ein Runder Tisch mit Beteiligung von Verwaltung, Politik und Institutionen vor Ort. Damit wollen wir noch schneller auf notwendige Maßnahmen reagieren können.“

Tekkal hatte die Neckarstadt als No-Go-Area bezeichnet. Riehle stellt klar: „Ich bin froh über den Aufschrei vieler Neckarstädterinnen und Neckarstädter nach diesen Aussagen. Ohne Wenn und Aber haben wir teilweise große Probleme im Stadtteil. Aber die Neckarstädter stehen zusammen. Ich bin besonders für den ehrenamtlichen Einsatz im Stadtteil dankbar, der in den letzten Monaten immer größer wird.“


Nachtrag:

Auch der SPD-Ortsverein Neckarstadt-West hat hierzu eine Pressemitteilung verfasst:

Am Sonntag, den 15. Januar betitelte die Journalistin Düzen Tekkal in der Talkshow „Anne Will“ Mannheims Stadtteil Neckarstadt-West als eine „No-Go-Area“.

Über diese Aussage ist der SPD-Ortsverein Neckarstadt-West sehr empört. Dass die Neckarstadt-West ein Stadtteil mit Problemen ist, weiß jeder und streitet niemand ab jedoch ist der Stadtteil auch für seine sozio und multikulturelle Vielfalt bekannt. Weiter setzen sich viele Bürgerinnen und Bürger für die Aufwertung des Stadtteils ein. Es ist gewagt, nach nur einem kurzen Aufenthalt in Mannheim, solch ein populistisches Urteil in den Medien zu verbreiten.

„Diese Meinungsmache gegen die Neckarstadt-West betrübt mich als gebürtigen Neckarstädter sehr, insbesondere da ich weiß, dass sich hier viele Menschen mit geringen Mitteln für das Gemeinwohl einsetzen.“ äußert sich der stellvertretende OV- Vorsitzende Mürat Yücel.
Stadtrat Thorsten Riehle ergänzt: „Für uns muss ganz klar im Fokus stehen, dass sich alle Menschen in der Neckarstadt-West sicher fühlen.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner würden zurecht die Beantwortung der Fragen nach Sicherheit, Sauberkeit und einem mehr an sozialem Miteinander von Politik und Verwaltung verlangen. „Da müssen wir liefern“, so Riehle weiter.
Insgesamt sehe Riehle aber den Stadtteil mit seiner Entwicklung mittelfristig nicht als verloren an, im Gegenteil. „Wenn wir die Probleme anpacken und lösen, dann hat der Stadtteil eine gute Zukunft. Das müsse eine gemeinsame Aufgabe von Verwaltung, Politik, Rechtsstaat und Bürgerschaft sein. Der für Februar angekündigte Runde Tische sei ein erster Ansatz dafür.“ Mittlerweile hat Thorsten Riehle auch Kontakt zu der Journalistin Düzen Tekkal aufgenommen. „Ich habe den Eindruck, dass hier echtes Interesse an Hintergrundrecherche besteht.“

Tekkal äußerte, das ihre Dokumentation noch nicht abgeschlossen ist. Dies werden wir weiter verfolgen.

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