Ein Leuchtturm in der Neckarstadt

Mitte Mai feierten Schüler, Lehrer und Eltern wieder das alle zwei Jahre stattfindende große Schulfest an der Humboldtschule.

Schülerroman „Liebe oder Leben“ ausgezeichnet

Nach der obligatorischen Begrüßung durch die beiden Schulleiter Andreas Baudisch (Grundschule) und Harald Leber (Werkrealschule), konnte der Letztgenannte noch etwas ganz besonderes verkünden, das ihn, das Kollegium und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler zurecht mit Stolz erfüllt: Das Buchprojekt der Klasse 9a, welche im vergangenen Jahr unter der Leitung von Klassenlehrerin Sigrid Falsarella auf 175 Seiten ein modernes, Neckarstädter „Romeo und Julia“ verfasst hatte, errang beim Schülermedienpreis des Landes Baden-Württemberg in der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen den ersten Platz. Das Buch der 18-köpfigen Schülergruppe, die sich den Namen „HumBroSis“ gegeben hat, erzählt eine unmögliche Liebesgeschichte zwischen zwei Mitgliedern verfeindeter Straßengangs. Die schwerpunktmäßig in der Neckarstadt-West angesiedelte Erzählung vermittelt aber noch viel mehr: Es geht um Schulalltag, Ärger mit den Eltern und zeigt auch die Schattenseiten beim Aufwachsen in einem bewegten Quartier. Die Werkrealschüler konnten sich mit ihrem selbst geschriebenen Roman gegen alle anderen, von Gymnasiasten eingereichten, Beiträge durchsetzen.

Volles Programm

Beim Schulfest ging es anschließend mit dem ausgiebigen musikalischen Programm weiter. Aufgrund der unsicheren Wetterlage war die Bühne in diesem Jahr in die Sporthalle verlagert worden, in der es entsprechend voll war. Die Stuhlreihen waren bis zur letzten gefüllt. In wechselnder Besetzung gaben die Schüler zunächst zwei Gesangseinlagen zum Besten, gefolgt von einem rein instrumentalen Stück, das von 20 Schülern der Klasse 6a auf der Flöte vorgetragen wurde. Nach dem Chorauftritt der Vorbereitungsklassen kam deutlich mehr Bewegung auf die Bühne, als Ümit Dugan vom Erlenhof mit seinen Jugendlichen die Bühne enterte. Die traditionelle Kooperation mit dem Jugendhaus stößt immer wieder auf Begeisterung, sei es bei Body Percussion, Hip-Hop-Tanz oder später beim Flashmob-Dance, der sich bis nach draußen auf den Schulhof fortsetzte. Während die Mädchen beim orientalischen Bauchtanz ganz professionell ihr Programm durchzogen, war es den drei Jungs auf der Bühne zwar offensichtlich nicht geheuer, mit einem Augenzwinkern hatten sie dabei aber trotzdem Spaß.

Schülermentoren als Leuchttürme gegen Rassismus

Die Leuchttürme trugen einen selbst geschriebenen Song vor | Foto: M. Schülke
Die Leuchttürme trugen einen selbst geschriebenen Song vor | Foto: M. Schülke

Dem aufmerksamen Besucher waren schon den ganzen Nachmittag über die T-Shirts mit der Aufschrift „Jude? Moslem? Christ? Mensch!“ aufgefallen, die auf der Rückseite mit einem Leuchtturm geschmückt waren. Die „Leuchttürme“ sind an der Humboldtschule, einer „Schule ohne Rassismus“, solche Schüler, die regelmäßig Fortbildungen zu diesem Thema besuchen und in ihren Klassen als Mentoren tätig sind. Auf dem Schulfest trugen die Leuchttürme einen selbst geschriebenen Song vor. Die Schüler stehen damit exemplarisch für eine Schule, die in der Neckarstadt seit Jahren eine Vorbildfunktion hat, also längst eines dieser vielbeschworen Leuchtturm-Projekte ist, die das Quartier unbedingt braucht.

Der Hof vor der Humboldtschule bietet für Feste eine tolle Kulisse | Foto: M. Schülke
Der Hof vor der Humboldtschule bietet für Feste eine tolle Kulisse | Foto: M. Schülke
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