Lebenswelten von Mädchen auf die Leinwand gebracht

Die Veranstalterinnen von "Girls go Movie" 2018 (v.l.): Dr. Kathrin Lämmle (Projektleiterin), Elina Brustinova (Vorstand, Stadtjugendring Mannheim e.V.), Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Ruth Hutter (Künstlerische Leiterin) | Foto: Girls go Movie
Die Veranstalterinnen von „Girls go Movie“ 2018 (v.l.): Dr. Kathrin Lämmle (Projektleiterin), Elina Brustinova (Vorstand, Stadtjugendring Mannheim e.V.), Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Ruth Hutter (Künstlerische Leiterin) | Foto: Girls go Movie

Pressemitteilung der Stadt Mannheim vom 19.11.2018:

14. Kurzfilmfestival „Girls go Movie“: Gewinnerinnen 2018 ausgezeichnet

Rund 450 Besucherinnen und Besucher kamen am Wochenende im CinemaxX Mannheim zusammen, um die junge, weibliche Filmszene und die diesjährigen Preisträgerinnen zu feiern.

Das Kurzfilmfestival „Girls go Movie“ ist eine etablierte Plattform für junge Filmemacherinnen der Region. Es bietet Anfängerinnen die Möglichkeit, sich filmisch auszuprobieren und ist eine Chance für professionelle Newcomerinnen, ihre Werke einem großen Publikum auf der Leinwand zu präsentieren. Am Wochenende gab es wieder die Gelegenheit, die Ergebnisse der Filmarbeit zu sehen. „Mit ‚Girls go Movie‘ hat sich in Mannheim ein Jugendförderungsprojekt etabliert, das durch die Verbindung von filmischer, künstlerischer sowie kultureller Bildung und Qualifizierung mit einem Festival auch nach 14 Jahren Vorbildcharakter besitzt. Der einzigartige Wert definiert sich auch aus der gezielten Ansprache junger Filmemacherinnen, deren Umfeld nicht die geeignete Unterstützung bieten kann, und der projekteigenen Berufsorientierung in einem bisher eher männlich dominierten Berufsfeld“, betonte Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb bei der diesjährigen Preisverleihung.

„Mit ‚Girls go Movie‘ ist Mannheim um ein kulturelles Highlight reicher. Das Festival vermittelt die Themen einer jungen, kreativen Generation! Es ist damit immer auch ein Spiegel der Relevanz gesellschaftspolitischer Entwicklungen und trägt zu einem gendersensiblen und vielfältigen Umgang mit diesen bei“, betont Karin Heinelt, Geschäftsführerin des Stadtjugendring Mannheim e.V. und eine der Gründerinnen des Projekts.

Die 60 Wettbewerbsbeiträge gaben einen Einblick in die Themen, die Mädchen und junge Frauen bewegen. Die Auseinandersetzung mit sehr persönlichen Themen wie Freundschaft, Krankheit, Tod, Schwangerschaft, Stress, aber auch Selbstironie im Hinblick auf die Geschlechterrollen waren stark vertreten. Die Filme richten mit zeitpolitischem Bezug den Blick auf die Gesellschaft: Während 2017 die Fluchtthematik oft aufgegriffen wurde, setzten sich in diesem Jahr viele Beiträge mit rassistisch motivierten Konflikten in der Gesellschaft auseinander. Mädchen und Frauen zwischen zwölf und 27 Jahren aus der Metropolregion Rhein-Neckar, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren aufgerufen, sich am Festival zu beteiligen.

Während der Festival-Samstag den Mädchen unter 18 Jahren gewidmet war, präsentierten am Sonntag die volljährigen Nachwuchs-Regisseurinnen ihre Filme. In anschließenden Filmtalks gab es Gelegenheit, darüber zu diskutieren. Zur Preisverleihung mit der Bürgermeisterin kamen am Sonntagabend dann beide Gruppen im CinemaxX zusammen. Die Jury bestand aus Eva Kietzmann (Künstlerin, Berlin), Irina Ruppert (Künstlerin, photographic artist, Hamburg) und Julia Schleisiek (Filmemacherin, Diplom-Soziologin mit Schwerpunkt Medien- und Kommunikationswissenschaften, Mannheim). Folgende Preise wurden vergeben:

Die Jury-Preise:

In der Kategorie der zwölf- bis 17-Jährigen:

  • Bester Film: Der Preis für den besten Film ging an „Chanti is bäck“, eine Persiflage auf den Film „Fuck Ju Göthe 3“. Der Film entstand am Kurpfalz-Gymnasium im Rahmen des Beratungs- und Supportprogramms von „Girls go Movie“. Die Preisträgerinnen sind: Silja Brandt, Dayen Dedeglu, Eva Fischer, Leonie Gross, Melis Gürler, Nisa Haydin, Christina Krimidas, Amely Nowak, Lavinia Rudolph, Aurelia Sedlmaier, Nora Teufel, Xin Zhang.
  • Mutigster Film: Tiefgründig setzt sich der mutigste Film „Lost Memories“ von Wiebke Stak und Malena Nicklis mit dem Thema Demenz auseinander.
  • Bester Gruppenfilm: Über den Preis für den besten Gruppenfilm durften sich die Teilnehmerinnen des „Girls go Movie“-Sommerferiencamps Filmproduktion freuen. „Das lassen wir nicht zu! – Mädchen im Ring“ von Juli Rosa Döhring, Sarina Ey, Marie Mensch, Mila Pattberg, Lynn Sievers und Josefine Wille gewann den Preis für den besten Gruppenfilm.

Die Preisträgerinnen in der Kategorie der 18-27-Jährigen:

  • Bester Film: Der Preis für den besten Film in der Kategorie der 18- bis 27-Jährigen ging an „Aye, Aye“ von Majda Sehovic, Julia Maier und Aruna Gallas.
  • Mutigster Film: „Punktpunktkommastrich“, ein Film von Georgia Bauer und Rahel Jung über das Präventionsprojekt „Baby-Bedenk-Zeit“ wurde als mutigster Beitrag ausgezeichnet.

Die Girlsjury-Preise:

Die Girlsjury, bestehend aus Lea Staron (Studentin Kommunikationsdesign, Mannheim), Sophie Senghaus (Studentin Jura, Mannheim) und Marcia Schmidt (Studentin Film- und Fernsehproduktion, Berlin), verlieh zwei Preise: Ausgezeichnet unter den jüngeren Teilnehmerinnen wurde „Eine schwere Entscheidung“ von Noémie Ramos Mehnert und Lynn Sievers. Unter den 18- bis 27-Jährigen gewann erneut „Aye, Aye“ von Majda Sehovic, Julia Maier und Aruna Gallas.

Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 3050 Euro vergeben.

Die Sonderpreise:

  • Auch in diesem Jahre verliehen der Offene Kanal Ludwigshafen und metropolregion.tv den Fernsehpreis: Eine GoPro-Kamera als Sachpreis ging an Daniela Fritz und ihren Film „SCHWARZWEIß“.
  • Zum Jubiläum von 100 Jahre Frauenwahlrecht verlieh der Zonta-Club Mannheim e.V. den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis „Frauen haben die Wahl?!“ an Maxine Hoffmann und Lea Plischke für ihren Film „Hurry up“.
Hintergrund:

Seit April 2018 vermittelte „Girls go Movie“ in Filmprojekten an Schulen und Jugendeinrichtungen, in Feriencamps sowie in Filmcoachings grundlegende Kenntnisse für die Umsetzung eines Films und ermöglichte eine kostenfreie Techniknutzung. Erfahrene Filmerinnen fanden im Mentoringprogramm mit der Filmakademie Baden-Württemberg qualifizierte Ansprechpartnerinnen für die Umsetzung. Bis zum 14. September hatten alle Teilnehmerinnen Gelegenheit, ihren Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Insgesamt beteiligten sich 187 Filmbegeisterte mit 70 Filmeinreichungen. Das „Filmbüro Mannheim“ ist zentrale Anlaufstelle für Nachwuchsfilmerinnen. Es berät, qualifiziert, begleitet und unterstützt Mädchen und Frauen rund um das Filmemachen. Dort wirken „Girls go Movie“ und das Medienkompetenzprojekt „Close up“ zusammen. Zwei prominente Schirmherrinnen haben sich „Girls go Movie“ zur Seite gestellt: Daniela Knapp, mehrfach ausgezeichneten Kamerafrau aus Berlin, sowie Daniela Kötz, langjährige Leiterin des Programm-Managements des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg und des Festivals des Deutschen Films in Ludwigshafen.

„Girls go Movie“ wird vom Stadtjugendring Mannheim e.V. – Jugendkulturzentrum forum und der Stadt Mannheim, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie – Jugendamt, Abteilung Jugendförderung, veranstaltet. Es wird gefördert durch die Stadt Mannheim sowie durch die Hauptsponsoren Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) als Beitrag zur Initiative Kindermedienland, Filmförderung Baden-Württemberg (MfG) sowie die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS).

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