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Abschluss des Programms „Ein Quadratkilometer Bildung“

Nach zehn Jahren ging das Bildungsprogramm in der Neckarstadt-West zu Ende. Auch nach Ablauf des Projekts viele der entwickelten Bildungsbausteine weiter genutzt werden.

Pressemitteilung der Stadt Mannheim:

Nach Jahren engagierter Arbeit ist das auf zehn Jahre angelegte Programm „Ein Quadratkilometer Bildung Mannheim“ nun mit einer Abschlussveranstaltung im Marchivum zu Ende gegangen. In einer Gesprächsrunde blicken Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb, Sascha Wenzel, Geschäftsführer Freudenberg Stiftung und Hartwig Weik, Amtsleiter Staatliches Schulamt Mannheim, auf die zehnjährige Arbeit von „Ein Quadratkilometer Bildung Mannheim“ in der Neckarstadt-West zurück und diskutieren mögliche Perspektiven für die Zukunft.

„Es gehört zu den vordringlichsten Zielen unserer Stadt, die Bildungsgerechtigkeit insbesondere in den benachteiligten Stadtteilen zu erhöhen und gleiche Teilhabechancen für alle zu schaffen. Entscheidender Schlüssel für den Bildungserfolg ist, dass es gelingt, den Sozialraum als unmittelbares Lernumfeld des Kindes zu aktivieren und die wichtigsten Kräfte zu bündeln. In diesem Sinne wurde 2009 „Ein Quadratkilometer Bildung“ im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West initiiert. Zehn Jahre Programmlaufzeit waren ein förderlicher Zeitraum, um innerhalb eines lokalen Bildungsnetzwerks Praxisbausteine zu entwickeln, zu erproben und zu verstetigen. Es gibt wenig Projekte, die so auf Nachhaltigkeit angelegt sind“, erläuterte Bildungsbürgermeisterin Freundlieb die Intention der Stadt, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Das Projekt stellt einen biografiebegleitenden Förderansatz dar, der sozialräumlich auf den Schulbezirk der Humboldt-Grundschule Neckarstadt-West ausgerichtet war und in privat-öffentlicher Kooperation von der Freudenberg Stiftung, der Stadt Mannheim und dem Staatlichen Schulamt Mannheim finanziert wurde. Ziel war es, eine institutionsübergreifende Bildungskultur im Schulbezirk zu entwickeln und zu erproben, um die Kinder möglichst optimal und individuell zu fördern. Dies wurde durch die gezielte Vernetzung und Kooperation der Grundschullehrer mit den Erziehern der Kindertageseinrichtungen, den Eltern und allen weiteren Bildungseinrichtungen und Bildungsakteuren im Stadtteil Neckarstadt-West realisiert. Das Herzstück von „Ein Quadratkilometer Bildung“ war die „Pädagogische Werkstatt“, die als Motor, Impulsgeber und Koordinator des Bildungsverbundes im Stadtteil fungierte.

Konzept zur durchgängigen Sprachbildung

Ein besonderes Merkmal war, dass es sich nicht um Einzelmaßnahmen handelte, sondern dass das Programm als integriertes Gesamtkonzept entwickelt wurde. Das Konzept vereinte modellhaft Qualitätsentwicklung in Bildungseinrichtungen, pädagogische Angebote und Unterricht, Übergangsgestaltungen, die Kooperation mit Einrichtungen im Stadtteil und mit Eltern sowie die Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit als Bildungsvoraussetzung und -ressource. Damit wurde insbesondere die Basis dafür gelegt, dass Kinder die notwendigen sprachlichen Fähigkeiten erlernen konnten.

Es entstanden Praxisbausteine, von denen Vorschulkinder aus den kooperierenden zehn Kindertagesstätten und Schüler der Humboldt-Grundschule profitierten. Beispiele sind eine Weiterentwicklung der Lernwerkstatt in der Grundschule, um Vorschulkinder der umliegenden Kindertageseinrichtungen sowie Schüler auf schulische Anforderungen intensiv vorzubereiten, der Einsatz individueller Sprachbegleiterinnen der Hochschule Mannheim für Kita-Kinder oder Maßnahmen in der Grundschule zur Förderung von kognitiver Flexibilität oder Konzentration durch Bewegungs-, Musik-,Theater- und Spielangebote und den Einsatz des Marburger Konzentrationstrainings, Förderung der Lesekompetenz durch den Ausbau einer Schülerbücherei, passgenaue Fördermaßnahmen in Deutsch, Mathematik und im Sachunterricht auch in Kooperation mit Lern- und Lesepaten als Teil eines Konzepts ganztägiger Bildung sowie der Einsatz von Elternbegleiterinnen und deren Qualifizierung.

Gemeinsam mit den Kitas, der Humboldt-Grundschule, den kommunalen und privaten Kooperationspartnern sowie den drei Projektträgern war es allen Beteiligten ein großes Anliegen, die angestoßenen Entwicklungen zur veränderten personellen Organisation, zur interprofessionellen Zusammenarbeit über Systemgrenzen hinweg und zur Fortführung bewährter Bildungsbausteine nach Ablauf der zehnjährigen Programmlaufzeit von „Ein Quadratkilometer Bildung“ nachhaltig implementiert zu haben.

Viele Bausteine sollen weiter genutzt werden

Nach Projektabschluss können somit viele Bildungsmaßnahmen und Kooperationsformen, die sich bewährt haben, im Elementar- und Primarbereich fortgeführt werden: So kann beispielsweise die mit Medien und Materialien ausgestattete Lernwerkstatt im Rahmen der Übergangskooperation Kita-Grundschule und durch die Kitas für die mathematische, sprachliche und naturwissenschaftliche Bildung genutzt werden. Oder das mit Studierenden der Hochschule Mannheim entwickelte Handbuch für Sprachbegleiter wird für den Modelltransfer z.B. in den Kitas, in der Erzieherinnenausbildung (Fröbelseminar), in der Hochschule Mannheim, im Praxiskolleg „Beraterin in Sprachbildungsnetzwerken“ der Uni Hamburg und der Lernplattform „Ein Quadratkilometer Bildung“ eingesetzt. Das Sprachbildungskonzept der Humboldt-Grundschule, das Methodencurriculum „Sprachsensibler, individualisierter Fachunterricht“ und der Einsatz von Lese- und Lernpaten werden von der Schule eigenständig weitergeführt und -entwickelt.

Neben der Vorstellung der Evaluationsergebnisse gab ein Kurzfilm (oben zusätzlich eingebunden, d. Red.) Einblicke in die alltägliche Arbeit des Teams und das vielfältige Engagement für Kinder. Musikalische Eindrücke sowie eine Ausstellung zu Themen, die „Ein Quadratkilometer Bildung Mannheim“ bewegt haben, rundeten das Programm ab.

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