Die neue Vorsitzende des Migrationsbeirats, Lavdrata Jusufi | Fotorechte: Lavdrata Jusufi
Nach Abwahl und Rücktritten wählt der Migrationsbeirat Lavdrata Jusufi zur Vorsitzenden und Coline Baechler in den Vorstand.
Der Mannheimer Migrationsbeirat hat in diesem Jahr mehrere Wechsel an seiner Spitze erlebt. Nach der Nicht-Wiederberufung der langjährigen Vorsitzenden Zahra Alibabanezhad Salem durch den Gemeinderat sowie dem späteren Rücktritt von Erich Schimmel und der Amtsniederlegung von Dr. Andrea Chagas López stand das Gremium zuletzt ohne gewählte Leitung da.
Bei seiner außerordentlichen Sitzung am Dienstag, 25. November, hat der Migrationsbeirat nun zwei zentrale Personalentscheidungen getroffen. Die Mitglieder wählten Lavdrata Jusufi mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden und besetzten den Vorstand mit der Wahl von Dr. Coline Baechler wieder vollständig.
Jusufi zur Vorsitzenden gewählt
Die Beiratsmitglieder sprachen Lavdrata Jusufi ihr Vertrauen aus und wählten sie zur neuen Vorsitzenden. Die Sozialwissenschaftlerin ist seit Februar Mitglied des Vorstands des neu konstituierten Migrationsbeirats und bringt langjährige Erfahrung in Personal- und Organisationsentwicklung mit. In der Mitteilung wird betont, dass sie einen analytischen und zugleich praxisnahen Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse mitbringt.
Als gebürtige Mannheimerin, deren familiäre Wurzeln in der kosovo-albanischen Minderheit Serbiens liegen, steht Jusufi nach eigener Darstellung für eine postmigrantische Generation Mannheims. Diese Generation verbinde persönliche Biografien mit den Entwicklungsmöglichkeiten, die die Stadt über Jahrzehnte eröffnet habe.
In ihrem ersten Statement nach der Wahl sagt sie: „Die Chancen, die meiner Familie einst ein Ankommen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht haben, bilden für mich einen zentralen Ausgangspunkt: Für mich ist Mannheim ein Ort, an dem Zugehörigkeit wachsen kann – unabhängig von Herkunft, sozialer Position oder individueller Geschichte. Dieses positive, generationenübergreifende Narrativ möchte ich stärker in den Vordergrund rücken und damit sichtbar machen, wie prägend Vielfalt für Mannheims Entwicklung bereits heute ist.“
Schwerpunkte der neuen Vorsitzenden
Ihre Aufgabe als Vorsitzende beschreibt Jusufi vor allem als weitere Stärkung des Migrationsbeirats als fachlich fundiertes und impulsgebendes Beratungsgremium. Der Beirat solle gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und konstruktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt für sie auf der Gewinnung jüngerer Menschen mit Migrationsgeschichte für kommunalpolitisches Engagement. Außerdem möchte sie die Beteiligung der Mannheimer*innen an der Entwicklung und Gestaltung ihrer Stadt stärken.
Jusufi formuliert ihr Ziel so: „Mein Ziel ist es, den Migrationsbeirat als verlässliche Schnittstelle zu etablieren, an der Perspektiven aus der Stadtgesellschaft systematisch eingebunden werden und tragfähige Lösungen für das gemeinsame Zusammenleben entstehen.“
Baechler komplettiert den Vorstand
Mit der Wahl von Dr. Coline Baechler ist der vierköpfige Vorstand des Migrationsbeirats wieder komplett. Baechler rückt in das Leitungsgremium neben Lavdrata Jusufi, Dr. Obi Obata und Sefa Yeter auf.
Die in Frankreich geborene Sprachwissenschaftlerin und Betriebswirtin vertritt den Migrationsbeirat bereits im gemeinderätlichen Integrationsausschuss sowie im Ausschuss für Bildung und Gesundheit. In ihrer Stellungnahme dankt sie ihren Kolleg*innen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Baechler betont: „Ich freue mich sehr, als Teil des Vorstandes nun eine besondere Verantwortung für unsere Arbeit als politisches Beratungsgremium zu tragen. Ein großes Anliegen ist es mir, dass wir dabei immer für unsere gemeinsamen demokratischen Werte einstehen und uns für ein von gegenseitiger Anerkennung und Verständigung getragenes Miteinander einsetzen – denn dieses bildet die Grundlage für das respektvolle Zusammenleben in unserer Stadt, das nicht selbstverständlich ist und auf das wir stolz sein können.“
Gremium nach konfliktreichem Jahr wieder mit gewählter Spitze
Der neue Vorstand setzt seine Arbeit nach einem Jahr fort, das von Kontroversen begleitet war. Zunächst hatte eine knappe Mehrheit im Gemeinderat die Wiederberufung der bisherigen Vorsitzenden Zahra Alibabanezhad Salem verhindert. Danach übernahm im neu berufenen Beirat zunächst Erich Schimmel den Vorsitz, später folgte Dr. Andrea Chagas López, bevor auch sie das Amt niederlegte. Zwischenzeitlich führten Lavdrata Jusufi, Dr. Obi Obata und Sefa Yeter den Vorsitz kommissarisch.
Mit der nun erfolgten Wahl von Jusufi und Baechler ist der Vorstand wieder regulär besetzt.
Aufgaben des Migrationsbeirats
Der Migrationsbeirat der Stadt Mannheim besteht seit dem Jahr 2000 und ist die offizielle politische Interessenvertretung der Mannheimer*innen mit Migrationsbiografie. Das Gremium versteht sich als Schnittstelle zwischen Mannheimer Politik, Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft.
Es berät Politik und Verwaltung in migrations- und integrationsrelevanten Fragen und entsendet Vertreter*innen mit Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht in den Gemeinderat und dessen Fachausschüsse. Auf diese Weise soll politische Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte in Mannheim ermöglicht und gestärkt werden. Nähere Informationen zu Aufgaben und Mitgliedern des Gremiums sind auf der städtischen Website abrufbar.
Quellen: Pressemitteilung des Migrationsbeirats, eigene Recherchen
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Nach Abwahl und Rücktritten wählt der Migrationsbeirat Lavdrata Jusufi zur Vorsitzenden und Coline Baechler in den Vorstand.
Der Mannheimer Migrationsbeirat hat in diesem Jahr mehrere Wechsel an seiner Spitze erlebt. Nach der Nicht-Wiederberufung der langjährigen Vorsitzenden Zahra Alibabanezhad Salem durch den Gemeinderat sowie dem späteren Rücktritt von Erich Schimmel und der Amtsniederlegung von Dr. Andrea Chagas López stand das Gremium zuletzt ohne gewählte Leitung da.
Bei seiner außerordentlichen Sitzung am Dienstag, 25. November, hat der Migrationsbeirat nun zwei zentrale Personalentscheidungen getroffen. Die Mitglieder wählten Lavdrata Jusufi mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden und besetzten den Vorstand mit der Wahl von Dr. Coline Baechler wieder vollständig.
Jusufi zur Vorsitzenden gewählt
Die Beiratsmitglieder sprachen Lavdrata Jusufi ihr Vertrauen aus und wählten sie zur neuen Vorsitzenden. Die Sozialwissenschaftlerin ist seit Februar Mitglied des Vorstands des neu konstituierten Migrationsbeirats und bringt langjährige Erfahrung in Personal- und Organisationsentwicklung mit. In der Mitteilung wird betont, dass sie einen analytischen und zugleich praxisnahen Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse mitbringt.
Als gebürtige Mannheimerin, deren familiäre Wurzeln in der kosovo-albanischen Minderheit Serbiens liegen, steht Jusufi nach eigener Darstellung für eine postmigrantische Generation Mannheims. Diese Generation verbinde persönliche Biografien mit den Entwicklungsmöglichkeiten, die die Stadt über Jahrzehnte eröffnet habe.
In ihrem ersten Statement nach der Wahl sagt sie: „Die Chancen, die meiner Familie einst ein Ankommen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht haben, bilden für mich einen zentralen Ausgangspunkt: Für mich ist Mannheim ein Ort, an dem Zugehörigkeit wachsen kann – unabhängig von Herkunft, sozialer Position oder individueller Geschichte. Dieses positive, generationenübergreifende Narrativ möchte ich stärker in den Vordergrund rücken und damit sichtbar machen, wie prägend Vielfalt für Mannheims Entwicklung bereits heute ist.“
Schwerpunkte der neuen Vorsitzenden
Ihre Aufgabe als Vorsitzende beschreibt Jusufi vor allem als weitere Stärkung des Migrationsbeirats als fachlich fundiertes und impulsgebendes Beratungsgremium. Der Beirat solle gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig aufgreifen und konstruktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt für sie auf der Gewinnung jüngerer Menschen mit Migrationsgeschichte für kommunalpolitisches Engagement. Außerdem möchte sie die Beteiligung der Mannheimer*innen an der Entwicklung und Gestaltung ihrer Stadt stärken.
Jusufi formuliert ihr Ziel so: „Mein Ziel ist es, den Migrationsbeirat als verlässliche Schnittstelle zu etablieren, an der Perspektiven aus der Stadtgesellschaft systematisch eingebunden werden und tragfähige Lösungen für das gemeinsame Zusammenleben entstehen.“
Baechler komplettiert den Vorstand
Mit der Wahl von Dr. Coline Baechler ist der vierköpfige Vorstand des Migrationsbeirats wieder komplett. Baechler rückt in das Leitungsgremium neben Lavdrata Jusufi, Dr. Obi Obata und Sefa Yeter auf.
Die in Frankreich geborene Sprachwissenschaftlerin und Betriebswirtin vertritt den Migrationsbeirat bereits im gemeinderätlichen Integrationsausschuss sowie im Ausschuss für Bildung und Gesundheit. In ihrer Stellungnahme dankt sie ihren Kolleg*innen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Baechler betont: „Ich freue mich sehr, als Teil des Vorstandes nun eine besondere Verantwortung für unsere Arbeit als politisches Beratungsgremium zu tragen. Ein großes Anliegen ist es mir, dass wir dabei immer für unsere gemeinsamen demokratischen Werte einstehen und uns für ein von gegenseitiger Anerkennung und Verständigung getragenes Miteinander einsetzen – denn dieses bildet die Grundlage für das respektvolle Zusammenleben in unserer Stadt, das nicht selbstverständlich ist und auf das wir stolz sein können.“
Gremium nach konfliktreichem Jahr wieder mit gewählter Spitze
Der neue Vorstand setzt seine Arbeit nach einem Jahr fort, das von Kontroversen begleitet war. Zunächst hatte eine knappe Mehrheit im Gemeinderat die Wiederberufung der bisherigen Vorsitzenden Zahra Alibabanezhad Salem verhindert. Danach übernahm im neu berufenen Beirat zunächst Erich Schimmel den Vorsitz, später folgte Dr. Andrea Chagas López, bevor auch sie das Amt niederlegte. Zwischenzeitlich führten Lavdrata Jusufi, Dr. Obi Obata und Sefa Yeter den Vorsitz kommissarisch.
Mit der nun erfolgten Wahl von Jusufi und Baechler ist der Vorstand wieder regulär besetzt.
Aufgaben des Migrationsbeirats
Der Migrationsbeirat der Stadt Mannheim besteht seit dem Jahr 2000 und ist die offizielle politische Interessenvertretung der Mannheimer*innen mit Migrationsbiografie. Das Gremium versteht sich als Schnittstelle zwischen Mannheimer Politik, Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft.
Es berät Politik und Verwaltung in migrations- und integrationsrelevanten Fragen und entsendet Vertreter*innen mit Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht in den Gemeinderat und dessen Fachausschüsse. Auf diese Weise soll politische Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte in Mannheim ermöglicht und gestärkt werden. Nähere Informationen zu Aufgaben und Mitgliedern des Gremiums sind auf der städtischen Website abrufbar.
Quellen: Pressemitteilung des Migrationsbeirats, eigene Recherchen
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