Stadtentwicklung

Ganztagspläne werden neu überarbeitet

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Die Käthe-Kollwitz-Schule | Foto: BBS

Die Stadt erfüllt den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zunächst ohne Schulumbauten. Frühere Ausbaupläne geraten ins Wanken.

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In der Neckarstadt will die Stadt Mannheim den ab dem kommenden Schuljahr geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler*innen erfüllen. Dazu werden an der Käthe-Kollwitz- und der Erich-Kästner-Schule zusätzliche Betreuungsangebote innerhalb der bestehenden Schulgebäude geschaffen. Der ursprünglich geplante Ausbau der beiden Standorte zu Ganztagsschulen wird dagegen wegen sinkender Geburtenzahlen und der angespannten Haushaltslage neu bewertet. Im Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost sorgte diese Entwicklung ebenso für Diskussionen wie die seit Jahren geforderte Einzäunung des Schulhofs der Käthe-Kollwitz-Schule.

Die Verwaltung erklärte, an der Käthe-Kollwitz-Schule hätten alle künftigen Erstklässler*innen einen Platz erhalten. Für die Erich-Kästner-Schule werde dem Gemeinderat eine zusätzliche Betreuungsgruppe vorgeschlagen, sodass auch dort der Rechtsanspruch erfüllt werden könne.

Über die Sommerferien richtet die Stadt dafür zusätzliche Betreuungsräume in den bestehenden Schulgebäuden ein. Nach Angaben der Verwaltung sind dafür lediglich kleinere bauliche Anpassungen und Ausstattungsmaßnahmen erforderlich.

Weniger Kinder verändern die Planungen

Die langfristigen Ausbaupläne für beide Schulen werden derzeit überarbeitet. Als Grund nannte die Verwaltung den bundesweiten Rückgang der Geburtenzahlen, der inzwischen auch Mannheim erreiche. Deshalb werde neu geprüft, wie viele Klassen und Betreuungsplätze künftig tatsächlich benötigt werden.

Unabhängig davon fließen derzeit erhebliche Fördermittel des Landes nach Mannheim. Für den Ganztagsausbau an acht Grundschulen erhält die Stadt rund 38,9 Millionen Euro. Der größte Einzelbetrag entfällt mit 16,31 Millionen Euro auf den Neubau der Humboldtschule in der Neckarstadt-West. Nach Angaben der Stadt entlasten die Landesmittel den städtischen Haushalt deutlich.

Die Überarbeitung der Planungen für die Käthe-Kollwitz- und die Erich-Kästner-Schule begründete die Verwaltung im Bezirksbeirat dennoch sowohl mit der angespannten Haushaltslage als auch mit der veränderten demografischen Entwicklung.

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Mehrere Wortmeldungen im Bezirksbeirat stellten diese Einschätzung infrage. Thomas Trüper von der Interessengemeinschaft Herzogenried verwies darauf, dass frühere Bevölkerungsprognosen mehrfach durch unerwartete Entwicklungen wie verstärkte Zuwanderung überholt worden seien. Er sprach sich dafür aus, ausreichende Raumreserven einzuplanen. Auch aus dem Bezirksbeirat wurde davor gewarnt, geplante Erweiterungen vorschnell aufzugeben.

Zukunft des St.-Nikolaus-Grundstücks

Im Zusammenhang mit den Planungen erwähnte die Verwaltung auch das frühere Grundstück der Kindertageseinrichtung St. Nikolaus im Herzogenried.

Auf Nachfrage teilte die Stadt mit, dass sich Grundstück und Gebäude inzwischen im Eigentum der Stadt Mannheim befinden. Die ehemalige Kindertageseinrichtung soll abgerissen werden. Anschließend ist dort nach Angaben der Stadt eine neue städtische Kindertageseinrichtung vorgesehen.

Schulhof bleibt vorerst offen

Breiten Raum nahm im Bezirksbeirat erneut die Situation auf dem Schulhof der Käthe-Kollwitz-Schule ein. Eltern und mehrere Bezirksbeirät*innen kritisierten, dass das Gelände weiterhin nicht eingezäunt ist. Der Elternbeiratsvorsitzende schilderte unter anderem nächtliche Aufenthalte Jugendlicher auf dem Schulgelände, Vermüllung sowie Schwierigkeiten bei der Pausenaufsicht.

Die Stadt hält daran fest, die Einzäunung erst im Zuge des späteren Ganztagsausbaus umzusetzen. Auf Nachfrage teilte die Verwaltung mit, eine provisorische Einzäunung sei voraussichtlich nicht wirtschaftlich. Eine heute errichtete Zaunanlage müsste beim späteren Ausbau teilweise zurückgebaut und an anderer Stelle neu errichtet werden. Außerdem sei ein Teil des Schulhofs derzeit öffentlich gewidmet. Vor einer Einzäunung wäre deshalb zunächst ein straßenrechtliches Verfahren zur Einziehung dieser Flächen erforderlich. Eine belastbare Kostenschätzung liege deshalb bislang nicht vor.

Die Verwaltung erklärte zugleich, sie nehme die Sicherheitsbedenken „selbstverständlich“ ernst. Andernfalls hätte es keine Zusage für eine spätere Einzäunung gegeben. Einen unmittelbaren Handlungsbedarf sieht sie jedoch nicht. Während des laufenden Schulbetriebs sei die Aufsicht durch die Lehrkräfte sichergestellt.

Quellen: Bezirksbeiratssitzung Neckarstadt-Ost, Auskünfte und Pressemitteilung der Stadt Mannheim

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