Stadtentwicklung

Neckarstädter Institutionen im Beteiligungshaushalt

Jugendkulturzentrum FORUM | Foto: Quadratestadt-Mannheim.de
Jugendkulturzentrum FORUM | Foto: Quadratestadt-Mannheim.de

Teil 2 unserer Reihe zum Beteiligungshaushalt.

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Wenig verwunderlich nutzten auch einige in der Neckarstadt beheimatete Institutionen den Beteiligungshaushalt, um im Gemeinderat für ihre Sache zu werben.

Jugendkulturzentrum FORUM

Das Jugendkulturzentrum FORUM ist eine zentrale Anlaufstelle – nicht nur für die Neckarstadt, sondern für ganz Mannheim –, die vielfältigen Formen der Jugendkultur und auch Bildung ein Dach bietet.

Oft finden im FORUM auch kleinere Musikveranstaltungen statt, allerdings hat das Jugendkulturzentrum selbst kaum technische Ausstattung anzubieten. Diese muss von Bands meist selbst mitgebracht oder durch das FORUM teuer geliehen werden. Rainer (Döhring, Leitung), der männliche Part der neuen Doppelspitze und Verantwortlicher in Musikfragen beim FORUM möchte Geld aus dem Beteiligungshaushalt für „Veranstaltungstechnik für das Jugendkulturzentrum FORUM“ (229 Unterstützende) verwenden:

Was neben der dringend benötigten Aufstockung des Personals im Musikbereich besonders gebraucht wird, ist professsionelle Veranstaltungstechnik, die es möglich macht, die vielfältigen Formate in den beiden Veranstaltungsräumen (Saal & Club) professionell abzuspielen, um neben Nachwuchsthemen auch für professionelle Akteure der Musikszene als Ort mit optimalen Raumgrößen auch für innovative Entwicklungsthemen interessant zu sein.

Beteiligungshaushalt? Wie mache ich da mit?

Im ersten Schritt konnten Bürgerinnen und Bürger eigene Vorschläge für den Haushalt einreichen.

Alle Vorschläge, die mindestens 100 Unterstützende haben, werden vom zuständigen Fachdezernat geprüft und mit entsprechenden Stellungsnahmen für die Umsetzung versehen. Diese werden dann erst in den vorbereitenden Ausschusssitzungen für die Etatberatungen besprochen und anschließend im Gemeinderat behandelt und entschieden. Auch für das Unterstützen müssen Sie sich registrieren!

Es gibt insgesamt 350 Vorschläge, bei bislang 4329 Teilnehmern und 29196 Bewertungen.

Noch mehr Informationen finden sich in unserem Beitrag zum Ende der Vorschlagsphase.

Der Stadtjugendring, der als Träger des FORUMs, seine Büroräume vor Ort hat, braucht dringend finanzielle Unterstützung der Stadt. Bereits Ende März schlug der Stadtjugendring Alarm. Deshalb wirbt Jan (Sichau, Vorsitzender) beim Beteiligungshaushalt um Eure Stimmen: „Geschäftsstelle des Stadtjugendring Mannheim e.V. stärken“ (160 Unterstützende).

Foto: Jugendkulturzentrum FORUM
Foto: Jugendkulturzentrum FORUM

Auch die Sozialen Jungs Mannheim haben ihre Heimat im FORUM. Karlheinz (Paskuda, Projektleiter) wünscht sich, dass „seine“ Sozialen Jungs in Zukunft auch von der Stadt gefördert (147 Unterstützende) werden, damit das Projekt nach dem erfolgreichen Start fortgeführt und ausgebaut werden kann. Dazu erklärt er:

Das Projekt hat Vorbildfunktion in Baden-Württemberg, wird vom Jugendkulturzentrum FORUM geleitet und erhielt eine Anschubfinanzierung vom Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost. Ohne Aufnahme in den Haushalt kann es aber ab 2016 nicht mehr finanziert werden. Zumal es zunächst in der Neckarstadt, Wohlgelegen und Herzogenried begonnen hat, aber möglichst in weiteren Stadtteilen etabliert werden sollte.

Quartierbüro Wohlgelegen

Quartiersbüroleiter Benjamin Klingler bei der ehrenamtlichen Hausaufgabenhilfe | Foto: Neckarstadtblog
Quartiersbüroleiter Benjamin Klingler bei der ehrenamtlichen Hausaufgabenhilfe | Foto: Neckarstadtblog

Aus dem Projektstatus heraus soll das Quartierbüro Wohlgelegen. Während die Neckarstadt-West ein offizielles Quartiermanagement besitzt, scheint Wohlgelegen im städtischen Haushalt regelmäßig in Vergessenheit zu geraten, weshalb seit 2010 der Caritasverband Mannheim e.V., die kath. St. Bonifatiusgemeinde und die GBG Mannheim in die Bresche gesprungen sind und mit Benjamin Klingler einen engagierten Ansprechpartner und Organisator eingesetzt haben.

Seitdem konnten im Zusammenspiel der Träger, der örtlichen Einrichtungen, der Politik und der Verwaltung viele Projekte und damit Verbesserungen im Wohlgelegen erreicht werden.

Bereits Mitte 2016 läuft die zweite, je auf drei Jahre begrenzte Projektlaufzeit ab, und es ist nicht davon auszugehen, dass der Caritasverband wieder mit einer hohen Summe an Eigenmitteln das Projekt weiterführen kann.

Da aber von der dort geleisteten Arbeit auch die Stadt und die Stadtgesellschaft profitiert, wäre eine (wie jetzt) nicht nur ideelle, sondern auch (zukünftig) eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt Mannheim wünschenswert.

Julia möchte deshalb das „Quartierbüro Wohlgelegen erhalten und stärken!“ (31 Unterstützende) und braucht noch dringend Eure Stimme.

JUZ „Friedrich Dürr“ Mannheim

Ganz elementare Probleme hat das JUZ. Das Gebäude in der Käthe-Kollwitz-Straße am Neuen Messplatz befindet sich in einem schlechten Zustand. Wärmedämmung, sanitäre Anlagen und der Schallschutz lassen zu wünschen übrig, da das stadteigene Gebäude vor der mietfreien Überlassung an den Trägerverein als Gartencenter bzw. Supermarkt genutzt wurde und nicht für derzeitige Nutzung ausgelegt war. Robert möchte daher eine umfassende Sanierung des JUZ in die Haushaltsverhandlungen einbringen (174 Unterstützende).

Er schreibt:

Wichtigster Punkt ist uns die Wärmedämmung. In der kalten Jahreszeit lässt sich in unseren Räumen kaum eine angenehme Temperatur erreichen.

Erlenhof

Ümit Dugan vom Erlenhof und seine Crew | Foto: Neckarstadtblog
Ümit Dugan vom Erlenhof und seine Crew | Foto: Neckarstadtblog

Beim Jugendhaus Erlenhof geht es vor allem um die Fortführung der Finanzierung des Personals. Katharina schreibt deshalb kurz und knapp: „Die städtischen Jugendhäuser und -treffs sollen mit Ihrem derzeitigen Personalstandard erhalten bleiben“ (80 Unterstützende).

Um die Sanierung des zum Jugendhaus gehörenden Abenteuerspielplatzes wird schon seit längerem gerungen. Im September 2014 gab es dazu einen mündlichen Bericht im BezirksbeiratAlessandra möchte, dass „der Abenteuerspielplatz so saniert wird (93 Unterstützende), dass die historische Landschafts- und Seeanlage in Ihrer Gesamtheit erhalten bleibt.“ Sie fordert außerdem „eine weitere pädagogische Stelle für den Abenteuerspielplatz, da er von vielen Grundschulen und Kindern aus den umliegenden Stadtteilen genutzt wird und in seiner Gesamtheit nicht vom Jugendhaus betreut werden kann.“

Capitol

Das Capitol ist die achte Sehstation | Foto: Stadt Mannheim
Das Capitol ist die achte Sehstation | Foto: Stadt Mannheim

Auf ganze drei gleichlautende Anträge im Beteiligungshaushalt hat es das Capitol gebracht.

Peter meint dazu: „Ich bin der Auffassung dass bei der Wertigkeit dieses Hauses und der Veranstaltungen eine finanzielle Unterstützung dringend notwendig ist“ (319 Unterstützende), während Michael festhält, dass das Eventhaus Unterstützung durch den Haushalt der Stadt Mannheim braucht (116 Unterstützende) und Daniela schlicht anregt, unter dem Dach des Capitols Kreativität zu stärken (36 Unterstützende).

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Das Neckarstadtblog dankt für die Unterstützung von:

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1 Kommentar zu “Neckarstädter Institutionen im Beteiligungshaushalt

  1. ursula minor

    Hier wird um Geld gebettelt, aber man sieht am Beispiel in der Carl-Benz-Str., dass kein Mensch Interesse hat, alte und gut erhaltene Häuser zu erhalten. Lieber wird abgerissen und durch häßliche Beton-Neubauten die Gegend verunstaltet. Die GBG setzt sich für alle möglichen Belange ein, aber nur nicht für die Belange der Mieter in der Carl-Benz-Str., denen man Ihre Wohnungen unterm Arsch wegnimmt und sie mit allen Mitteln rausekelt. Das ist kein soziales Engagement, das ist schlichtweg einfach eine Sauerei. Ob Hr. Frings und OB Kurz ihre eigenen Eltern, die weit über 85 Jahre alt wären, auch einfach so vor die Tür setzen würden??? Diese Frage, meine Herren vom Gemeinderat, würde ich Ihnen gerne stellen und wäre sehr gespannt auf Ihre Antwort. Der gesamte Gemeinderat, die GBG, Kurz und die Stadt Mannheim sollten sich schämen, ein Verwaltungsgebäude für 27 Millionen zu bauen, aber kein Interesse zu haben, alte Wohnblocks zu erhalten und zu sanieren, damit die Menschen in Ihrer Umgebung bleiben können. Es ist eine SCHANDE, dass es nur ums Geld geht.

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