Europäische Impfwoche: Impfungen schützen in jeder Lebensphase

Bereits seit gestern läuft die Europäische Impfwoche. Impfungen schützen in jeder Lebensphase. Sorgen bereiten derzeit beispielsweise die geringen Raten bei der Masernimpfung.

Pressemitteilung der Stadt Mannheim:

„Vorbeugen, schützen, impfen“ ist das Motto der 13. Europäischen Impfwoche, die vom 23. bis 29. April 2018 stattfindet. Sie soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung von Impfmaßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden in ganz Europa schärfen.

Die Zielsetzung der Europäischen Impfwoche 2018 besteht darin, durch Sensibilisierung von Eltern und Betreuern, in Gesundheitsberufen Tätigen, politischen Entscheidungsträgern und Medien die Bedeutung von Impfungen aufzuzeigen und höhere Impfraten zu erreichen.

Da die diesjährige Kampagne sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, wird der Fachbereich Gesundheit Mannheim in diesem Jahr im Rahmen der europäischen Impfwoche eine Informationsveranstaltung mit Berufsschülern der Justus-von-Liebig-Schule am Montag, 23. April, anbieten.

Das Jugendalter ist die Zeit, in der jegliche verpasste Impfungen nachgeholt werden sollten gegen Krankheiten, die in jedem Lebensalter gefährlich sind, einschließlich Masern, Röteln, Tetanus, Diphtherie, Meningitis und andere. Mädchen sollten besonders sensibilisiert sein für die Gefahr, die eine Rötelninfektion für ein ungeborenes Kind darstellt, und sicherstellen, dass sie eine Rötelnimpfung erhalten, bevor sie schwanger werden.

Masern bereiten Sorgen

Grund zur Sorge bietet derzeit zu geringe Raten bei der Masernimpfung: Viele Jugendliche und junge Erwachsenen sind nicht ausreichend gegen Masern geimpft. So waren seit 2015 rund die Hälfte aller in Baden-Württemberg an Masern erkrankten Personen über 15 Jahre alt.

„Wer nach 1970 geboren ist und in der Kindheit nur einmal geimpft wurde, seinen Impfpass nicht mehr findet oder nicht weiß, ob er die Masern hatte, sollte sich impfen lassen“, empfiehlt daher die Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb.

Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, da ein hohes Risiko (10 bis 20 Prozent) für zum Teil schwere Komplikationen besteht. Besonders für Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahre ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs in der akuten Phase mit gefährlichen Komplikationen, darunter auch Gehirnentzündungen, erheblich. Jeder fünfte Patient mit Masern-Gehirnentzündung verstirbt daran, bei einem Drittel bleiben langfristige Schäden am Nervensystem zurück! Sehr selten, aber bei Auftreten fatal, ist eine Spätkomplikation der Masern, die so genannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Die Erkrankung bricht durchschnittlich erst sechs bis acht Jahre nach der Infektion aus, Hirngewebe wird zunehmend zerstört und die Erkrankung endet in jedem Fall tödlich.

Im vergangenen Jahr sind in Europa 35 Menschen an Masern gestorben, mehr als 21.000 haben sich mit dem Virus angesteckt – etwa viermal so viele wie im Jahr zuvor.
Um die Ausrottung der Masern zu erreichen, müssen mehr als 95 Prozent der Menschen gegen Masern immun sein. Die Masernimpfquoten der vier bis fünfjährigen Kinder in Baden-Württemberg sind in den letzten Jahren leicht angestiegen. Landesweit haben 95,2 Prozent der Kinder wenigstens eine und 89,1 Prozent der Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten.

In Mannheim weisen die Impfraten etwas höhere Werte auf, informiert der Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Stadt Mannheim, Dr. Peter Schäfer: Konkret waren 92,5 Prozent der Kinder bei der Einschulungsuntersuchung 2016/2017 mindestens zweimal gegen Masern ge-impft und somit ausreichend geschützt. Nur reicht das noch nicht, denn 95 Prozent sollten es mindestens sein. Durch den sogenannten „Herdenschutz“ – also eine Immunität in der Gesamtbevölkerung – wären dann auch Säuglinge geschützt, die noch nicht geimpft werden können und daher besonders gefährdet sind. Denn die Mumps-Masern-Röteln-Impfung ist erst für Kinder ab elf Monaten regulär möglich.

Eine weitere Impfung, die für Mädchen im Jugendalter (9-13 Jahren) empfohlen wird, ist die gegen das humane Papillomavirus (HPV), die zum Schutz insbesondere gegen Gebärmutterhalskrebs beiträgt. HPV ist ein sehr weit verbreitetes, durch Geschlechtsverkehr übertragenes Virus und Gebärmutterhalskrebs ist inzwischen zu einer der häufigsten Todesursachen unter Frauen geworden. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

Bei Fragen zu allen Impfungen, insbesondere auch Reiseimpfungen, berät gerne die Impfberatung im Gesundheitsamt, Telefon 0621 / 293 – 22 03.

Der wichtigste Beitrag für hohe Impfraten wird in den Arztpraxen geleistet. „Es wäre sehr erfreulich, wenn möglichst viele Mannheimer Bürgerinnen und Bürger diese Impfwoche zum Anlass nehmen würden, ihre Ärztin bzw. ihren Arzt mit ihrem Impfausweis aufzusuchen, damit wir es in Mannheim schaffen, das europäische Impfziel zu erreichen“, appelliert die Gesundheitsbürgermeisterin.

Die Vision der Europäischen Impfwoche ist eine Zukunft, in der alle Menschen frei von Krankheiten leben, die durch Impfungen verhindert werden können – einschließlich der Eliminierung von Masern und Röteln. Dabei gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Impfraten im Kindesalter haben noch immer kein optimales Niveau erreicht und sinken in einigen Kreisen und Gemeinden sogar. Jugendliche und Erwachsene wissen häufig nicht, dass auch sie Impfungen benötigen, um sich und ihr Umfeld vor gefährlichen und vermeidbaren Krankheiten zu schützen. Lücken bei den Impfungen führen zu Krankheitsausbrüchen, die hätten vermieden werden können, wobei Menschen jeden Alters betroffen sind.

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