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Offenes Stadtteiltreffen fordert Sozialwohnungen statt Prostitution

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Im Vordergrund: Die Lupinenstraße | Foto: VP68 Videoproduktion

In den vergangenen Wochen wurde erneut über die mögliche Verlegung der Prostitutionsstätten der Lupinenstraße und der Schaffung von Wohnraum diskutiert.

Spätestens seitdem Oberbürgermeister Christian Specht eingewilligt habe, sich unter Beteiligung verschiedener Akteure mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sei klar, dass es sich bei den Plänen nicht um ein Gerücht handelt, schreibt das Offene Stadtteiltreffen (OST) in einem öffentlichen Statement. Die Immobilien in der Lupinenstraße sollen angeblich zu 90 Prozent in Besitz eines Privatinvestors sein. Konkret steht die Überlegung im Raum, dass diese von der Stadt Mannheim gekauft und dann in gewöhnlichen Wohnraum umgewandelt werden sollen. Die Laufhäuser sollen diesen Überlegungen zufolge in die Bonadiesstraße im Gewerbegebiet verlegt werden.

Prostitution zu präsent in der Nachbarschaft?

Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist mit der Lupinenstraße ein kompletter Straßenzug für das Prostitutionsgewerbe gesperrt. Mindestens genauso lange wird über die Existenzberechtigung der Prostitution im Stadtteil diskutiert. Die Lupinenstraße liegt in unserem dicht besiedelten Stadtviertel, umgeben von Wohnhäusern, Spielplätzen, Kitas und Schulen. In ihrem Statement bemängelt die Stadtteilinitiative, dass Anwohner:innen der parallel verlaufenden Ackerstraße teilweise ungehinderten Einblick in die Arbeitsräume der Prostituierten hätten. Ebenso werden „zahlreiche zwielichtige Kneipen, in denen es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Schießereien oder Messerattacken gekommen“ sei, von der Initiative als Argument genannt.

Günstiger Wohnraum in der Neckarstadt ist selten geworden

Wer sich in der Neckarstadt auf Wohnungssuche begäbe, heißt es in dem Statement, werde schonungslos mit der Realität des überteuerten Wohnungsmarktes konfrontiert. Bezahlbarer Wohnraum im zentrumsnahen und traditionellen Arbeiter*innen-Stadtteil sei in den vergangenen Jahren systematisch durch Privatinvestoren wie u.a. denen des umstrittenen Geschäftsführers des Immobilienunternehmens Hildebrandt & Hees aufgekauft, saniert und für ein Vielfaches weitervermietet worden.

Laut Schätzungen seien bereits über 50 Häuser in der Hand dieses Immobilienunternehmens, „Tendenz steigend“, betont die Initiative und weiter: „Die Gentrifizierung im Stadtteil kennt weiterhin keinen Halt und bietet jungen Familien oder Studierenden mit geringem Einkommen keine Gelegenheit, sich eine Wohnung leisten zu können.“

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Wohnraum statt Prostitution

Wer sich mit den Menschen in der Neckarstadt-West über die Lupinenstraße unterhielte, bekäme mehrheitlich eine ablehnende Haltung der Prostitution gegenüber zu hören, stellt das Offene Stadtteiltreffen fest. Viele wollten nicht länger in einem von Kriminalität geprägten Umfeld leben, geschweige denn ihre Kinder darin aufwachsen sehen.

Das große Problem im Stadtteil seien vor allem die hohen Mieten und der Mangel an bezahlbaren Wohnraum. Da es in der Neckarstadt-West keinen Platz mehr für neuen Wohnraum gäbe, sieht die Initiative in der Verlegung der Prostitutionsstätten eine einmalige Chance für deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum im Stadtteil. Das grundsätzliche Problem der (illegalen) Prostitution und der Umstände unter denen diese stattfände, werde durch die Verlegung zwar nicht bekämpft, da es sich um ein strukturelles Problem handele, welchem in erster Linie auch auf einer höheren politischen Ebene begegnet werden müsse. Das Problem des fehlenden bezahlbaren Wohnraums werde durch eine Verlegung jedoch spürbar und effektiv im Sinne der Bevölkerung angegangen, hofft das Offene Stadtteiltreffen.

Quelle: Statement des Offenen Stadtteiltreffens Neckarstadt

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