Stadtentwicklung

Kombibad Herzogenried verspätet sich erneut deutlich

Die Stadt verschiebt die Eröffnung des Kombibads um mehrere Monate. Auf Nachfrage nennt sie Gründe, viele Details bleiben jedoch offen.

Die Eröffnung des Kombibads Herzogenried verzögert sich ein weiteres Mal deutlich. Statt wie bislang vorgesehen im Jahr 2026 soll das Bad nun erst im Frühjahr 2027 vollständig in Betrieb gehen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Mannheim hervor. Auf Nachfrage bleiben zentrale Punkte zu Ursachen und Folgen jedoch unklar.

Noch im Sommer 2025 hatte die Stadt einen anderen Zeitplan kommuniziert. Damals war vorgesehen, das Gebäude im März 2026 fertigzustellen und das Hallenbad bereits im Sommer 2026 zu eröffnen. Der vollständige Kombibadbetrieb war für 2027 geplant.

Verzögerung mit knapper Begründung

Als Grund für die Verschiebung nennt die Stadt auf Anfrage „bauliche Verzögerungen wie Lieferengpässe“. Konkreter wird die Verwaltung nicht. Welche Materialien oder Bauteile betroffen sind, bleibt offen.

Auch bei der Frage, welche Bauabschnitte oder Gewerke sich verzögert haben, gibt es keine Details. Dies sei „sehr kleinteilig“, teilt die Stadt mit.

Planänderungen habe es nicht gegeben. Geänderte Anforderungen spielten laut Verwaltung ebenfalls keine Rolle. Damit bleibt als offizielle Ursache allein die Bauausführung unter erschwerten Bedingungen.

Mögliche Baumängel bleiben im Dunkeln

Besonders auffällig ist der Umgang mit möglichen Baumängeln. Hier verweist die Stadt auf „juristische Auseinandersetzungen“ und lehnt weitere Auskünfte ab. Eine solche Begründung wird in der Regel dann gewählt, wenn tatsächliche Mängel Gegenstand rechtlicher Prüfungen oder Streitigkeiten sind. Eine explizite Bestätigung bleibt zwar aus. Gleichzeitig deutet die Antwort darauf hin, dass entsprechende Probleme zumindest eine Rolle spielen könnten. Ob und in welchem Umfang Baumängel zur Verzögerung beigetragen haben, bleibt damit offen.

Verzögerung intern seit Frühjahr bekannt

Nach Angaben der Verwaltung wurde die Verzögerung intern „seit Frühjahr 2026“ bekannt. In der Folge sei ein neuer Bauzeitenplan erarbeitet worden, was laut Stadt mehrere Wochen in Anspruch nahm.

Auswirkungen auf Betrieb weiter unklar

Welche konkreten Folgen die Verzögerung für Schulen, Vereine und den Schwimmunterricht hat, beantwortet die Stadt knapp mit „keine“. Wie diese Einschätzung zustande kommt, erläutert die Verwaltung nicht.

Auch bei der Zukunft bestehender Bäder gibt es noch keine Klarheit. Ob das Herschelbad und das Hallenbad Seckenheim nun länger in Betrieb bleiben, werde „gerade geprüft“.

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Kosten bleiben offiziell stabil

Bei den Kosten sieht die Stadt weiterhin keine Probleme. Diese bewegten sich „im vorgesehenen Rahmen“. Konkrete Zahlen oder eine Entwicklung seit dem letzten Pressetermin nennt die Verwaltung nicht. Auch Mehrkosten durch die längere Bauzeit seien „bisher nicht“ zu erwarten.

Verfahren zur Parkplatzplanung laufen noch

Im Zusammenhang mit der Parkplatzplanung verweist die Stadt auf laufende Verfahren. In einer aktuellen Informationsvorlage heißt es, dass für die Umplanung zusätzliche Flächen benötigt werden und entsprechende Prozesse derzeit noch in Klärung sind. Wann diese abgeschlossen sein werden, kann die Stadt derzeit nicht sagen.

Gleichzeitig erklärt die Verwaltung, sie sehe „keine Risiken“ für den Bauablauf im Zusammenhang mit der Parkplatzlösung.

An der geplanten Ausstattung ändert sich nichts

Unverändert bleibt die geplante Ausstattung des Kombibads. Vorgesehen sind unter anderem ein 50-Meter-Becken, ein Sprungbecken mit Kletterwand, Lehr- und Kursbecken sowie verschiedene Freizeitangebote.

Die Wasserfläche soll größer ausfallen als in den bisherigen Einrichtungen. Das neue Kombibad soll künftig Angebote bündeln, die bislang auf mehrere Standorte verteilt sind.

Kommentar:

Das Kombibad Herzogenried bleibt ein wichtiges Projekt für Mannheim. Kommunale Schwimmbäder stehen vielerorts unter Druck. Sie werden geschlossen, verfallen oder tauchen in der Berichterstattung regelmäßig als Beispiel für klamme Haushalte und Investitionsstau auf. Dass Mannheim dieses Leuchtturmprojekt dennoch auf den Weg gebracht hat, ist vor diesem Hintergrund nicht selbstverständlich. Zugleich ist es mehr als ein bloßes Signal.

Denn es geht dabei nicht um ein Zusatzangebot, sondern um grundlegende Infrastruktur. Schwimmunterricht, Vereinssport und öffentliche Nutzung sind darauf angewiesen. Das Kombibad bündelt Angebote, die bislang auf mehrere Standorte verteilt sind, und soll diese langfristig sichern.

Die erneute Verzögerung ist dennoch äußerst unerfreulich. Der Zeitplan wurde bereits mehrfach angepasst, das sorgt für Frust bei allen Beteiligten. Auch für die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik dürfte die Situation unbefriedigend sein.

Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen. Wenn das Kombibad wie geplant umgesetzt wird, entsteht ein Angebot, das langfristig gebraucht wird. Das Warten dürfte sich am Ende auszahlen.

Quellen: Auskunft und Pressemitteilung der Stadt Mannheim, eigene Recherchen
Alle Bilder: Stadt Mannheim / Robin Eichelsheimer 

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