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Gemeinsame Begegnung im Kooperationskinderhaus Kleestraße

Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb im Kooperationskinderhaus Kleestraße | Foto: Stadt Mannheim
Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb im Kooperationskinderhaus Kleestraße | Foto: Stadt Mannheim

Mitteilung der Stadt Mannheim:

Eine konstruktive Partnerschaft bedarf eines regelmäßigen und vertrauensvollen Austauschs. Das ist umso wichtiger, wenn die Verbindung aus nicht weniger als einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt hervorging: Seit nunmehr zwei Jahren ist das Kooperationskinderhaus Kleestraße ein fester Bestandteil der Mannheimer Bildungslandschaft.

Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Prof. Dr. Nevzat Aşıkoğlu, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), trafen sich gemeinsam mit DITIB-Generalsekretär Dr. Bekir Alboğa im Kooperationskinderhaus, um sich einen Eindruck vom Modellprojekt zu verschaffen. „Ich nehme sehr deutlich wahr, dass das Bedürfnis nach enger Zusammenarbeit sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene groß ist“, konstatierte die Bildungsbürgermeisterin am Rande des Treffens mit der eigens aus Köln angereisten Delegation. „In der täglichen Arbeit hat das Kooperationskinderhaus längst zu einem fruchtbaren Austausch gefunden, der der Vielzahl kultureller Erfahrungen der Kinder gewinnbringend gerecht wird. Nun heißt es auch für uns als Träger, eine eben solche Zusammenarbeit weiter auszubauen.“ Denn die Partner sind sich einig, dass ein solches Projekt vom guten Willen beider Parteien getragen wird. Sie alle eint die Zielsetzung, Kinder in wechselseitiger Achtung und mit Wertschätzung und Förderung der Mehrsprachigkeit des Elternhauses zu erziehen, Eltern und Personal in den interkulturellen Dialog zu bringen und diesen mit Vorteilen für beide Seiten zu entwickeln.

Kooperationskindergarten Kleestraße | Foto: Stadt Mannheim, Keller
Kooperationskindergarten Kleestraße | Foto: Stadt Mannheim, Keller

Städtische Krippe und muslimischer Kindergarten unter einem Dach

Das im Dezember 2013 gegründete Kinderhaus beherbergt eine städtische Krippe und einen muslimischen Kindergarten in Trägerschaft eines eigens gegründeten Vereins von Mannheimer Muslimen unterschiedlicher Gemeinden. Der muslimische Trägerverein im Dachverband der DITIB, die in Mannheim außerdem die Yavuz Sultan Selim Moschee betreibt, hatte die Idee zu einer vertieften Zusammenarbeit mit der Stadt Mannheim entwickelt, um von Anfang an ein deutliches Zeichen für Transparenz und Offenheit zu setzen. Prof. Dr. Nevzat Aşıkoğlu äußerte sich glücklich über die gute, gelungene Zusammenarbeit zwischen der Stadt Mannheim und dem Verein Lalezar e.V., die gemeinsam das Kooperationskinderhaus realisiert haben. Prof. Aşıkoğlu sagte außerdem: „Ich freue mich, dass der Trägerverein Lalezar e.V. Mitglied in unserem Dachverband ist. Das sind auch die Früchte einer intensiven und zukunftsorientierten Arbeit zwischen Dachverband und örtlicher Gemeinde. Nachsicht, Umsicht, Toleranz und Gleichberechtigung sind wichtige Grundsätze, die sich hier insbesondere auch in der Zusammenarbeit vor Ort widerspiegeln.“ Damit sei es auch der Stadt Mannheim und dem Kindergartenverein gelungen, der Öffentlichkeit ein gutes Beispiel für gelebte Subsidiarität zu präsentieren und eine breite Akzeptanz für den Kindergarten in muslimischer Trägerschaft erreicht zu haben. Gleichzeitig habe die Stadt Mannheim immer auch die Erwartungen der Moscheegemeinden im Blick, die dieses Projekt ideell wie materiell fördern. Die gelebte Kooperation zwischen städtischer Krippe und muslimischen Kindergarten sei somit ein Abbild vorhandener Lebensrealitäten und einer gelebten Praxis zwischen den Trägern.

Regelmäßige Reflexion pädagogischer Zielsetzung

Dies zeigten die Einrichtungsleitungen der Krippe, Marlena Brämer, und des muslimischen Kindergartens, Sevgi Uysal-Sahin, vor Ort. Bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten gewährten sie Einblick in die Entwicklung der engmaschigen Kooperationsbeziehung, die weit über die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen hinausgeht. Beide Seiten entwickeln mithilfe eines Fachbeirats ein gemeinsamen Leitbild, nehmen die Sicherung des halboffenen pädagogischen Konzepts vor und überprüfen regelmäßig in gemeinsamen Reflexionen ihre pädagogischen Zielsetzungen, die einen besonderen Fokus auf eine nachhaltige Sprachförderung und die Elternarbeit legen.

Alle Besucher waren sich einig, dass Kooperationen gemeinsame Ziele und ein verbindliches Miteinander zum Wohle der Mannheimer Kinder voraussetzen: „Gemeinsame Projekte stehen und fallen mit den beteiligten Akteuren. Dieses Modell fördert und erfordert die enge Kooperation von muslimischem und städtischem Träger, die enge pädagogische Zusammenarbeit des Fachpersonals und die gemeinsame konstruktive Gestaltung des pädagogischen Alltags“, so Freundlieb. „Frau Brämer und Fr. Uysal-Sahin zeigen mit Ihren Teams, dass der gemeinsame Alltag durch eine solche Zusammenarbeit über kulturelle Prägungen hinaus nur gewinnen kann.“ Die Mannheimer Kinder und Ihre Familien erlebten hier interkulturelles Zusammenleben als etwas Selbstverständliches, das auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung beruht und von Achtsamkeit, Wertschätzung, Akzeptanz sowie einem offenen und freundlichen Umgang geprägt sei, sind sich Aşıkoğlu mit Freundlieb einig. Diese gemeinsame Basis mache es allen Beteiligten leicht, gemeinsame Herausforderungen und alltägliche Schwierigkeiten zusammen zu meistern.

Nach zwei Jahren ist alltägliches Miteinander in das interkulturelle Pilotprojekt zur frühkindlichen Erziehung und Förderung von Toleranz und Offenheit in Mannheim eingekehrt – ein Erfolg, der das bundesweit einzigartige Modell zum Vorbild für ganz Deutschland macht.

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