Mannheimer Sozialatlas 2017 vorgestellt

Die Dammstraße in Neckarstadt-West (Symbolbild) | Foto: M. Schülke
Die Dammstraße in Neckarstadt-West (Symbolbild) | Foto: M. Schülke

Von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren bestimmte Bevölkerungsgruppen und Stadtteile nur unterdurchschnittlich, wie etwa die Neckarstadt-West.

Pressemitteilung der Stadt Mannheim:

Der Sozialatlas 2017 der Stadt Mannheim bietet eine zuverlässige Basis für alle, die sich über die sozialen Lebenslagen der Bevölkerung in Mannheim und ihre Entwicklung in den vergangenen Jahren informieren möchten. Zudem ist er Grundlage für eine soziale Stadtentwicklung und sozialraumorientierte Kommunalpolitik. Nach der Neukonzeption des Sozialatlasses 2014 und einer aktualisierten Datengrundlage für das Jahr 2015 liegt mit der Ausgabe 2017 ein an einigen Stellen inhaltlich weiterentwickelter Sozialatlas vor, der das Vorhaben einer kontinuierlichen kleinräumigen Sozialberichterstattung fortsetzt. Bei einem Pressegespräch stellten Sozialbürgermeister Michael Grötsch und Hermann Genz, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales, sowie Andreas Ebert, Sozialplaner beim Fachbereich Arbeit und Soziales, die neue Ausgabe vor.

Mannheims soziale und ökonomische Entwicklung der vergangenen Jahre ist von einer hohen Dynamik geprägt. Es gab einen deutlichen Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – seit dem Jahr 2014 eine Zunahme um mehr als 11.000 Beschäftigungsverhältnisse auf aktuell rund 124.000 Beschäftigte mit Wohnort in Mannheim. Die Arbeitslosenquote in Mannheim geht seit Jahren kontinuierlich zurück und erreichte mit 5,0 Prozent im Dezember 2017 einen neuen Tiefstand.

Von dieser positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren bestimmte Bevölkerungsgruppen und Stadtteile allerdings nur unterdurchschnittlich. Daher hat die Stadt Mannheim mit Partnern zielgerichtete Maßnahmen für eine soziale Quartiersentwicklung ins Leben gerufen wie etwa der Prozess „Lokale Stadterneuerung (LOS)“ in der Neckarstadt-West und im Jungbusch. „In den Quartieren anzusetzen und deren Besonderheiten zu berücksichtigen, ist wirkungsvoll und richtig. Auch in den nächsten Jahren wird diese Strategie konsequent fortgesetzt und unsere Maßnahmen werden – wo immer nötig und sinnvoll – weiter verstärkt“, sagt Bürgermeister Grötsch.

Um die praktische Relevanz des Berichts zu stärken, enthält der Sozialatlas 2017 – wie vom Gemeinderat gewünscht – erstmals Empfehlungen in ausgewählten Handlungsfeldern. So gibt der Bericht konkrete Schlussfolgerungen und formuliert Ansatzpunkte für das kommunalpolitische Handeln. „Als Ergebnis der Diskussion in den Gremien und Arbeitskreisen, in denen der Sozialatlas 2014 vorgestellt wurde, ergab sich die Notwendigkeit, über die objektive Darstellung von Sachverhalten hinaus auch Möglichkeiten aufzuzeigen, mit welchen Maßnahmen auf soziale Herausforderungen reagiert werden kann“, nennt Fachbereichsleiter Genz einen wesentlichen Punkt, um den die Ausgabe 2017 erweitert wurde. Die Veröffentlichung des Sozialatlasses ist somit Ausgangspunkt für die Umsetzung konkreter Maßnahmen und ein Anstoß für eine Diskussion darüber, wie die zentralen sozialen Fragen auf kommunaler Ebene bestmöglich gelöst werden können.

Aufbau und Inhalte des Sozialatlasses

Der Sozialatlas enthält Daten über die demografische Struktur in Mannheim (Kapitel 2), die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsentwicklung (Kapitel 3) sowie die Entwicklung und Struktur der Bezieher von Mindestsicherungsleistungen (Kapitel 4). Jedes Kapitel beinhaltet einen Überblick über das jeweilige Thema und entsprechende Entwicklungen auf gesamtstädtischer Ebene. Anschließend folgt eine kleinräumige Darstellung ausgewählter Daten. Für Teilgebiete, die deutlich vom gesamtstädtischen Durchschnittswert abweichen, wird zusätzlich tabellarisch die Entwicklung der letzten Kalenderjahre in Absolutzahlen und in Prozentwerten dargestellt.

In Kapitel 5 erfolgt eine Typologie der Planungsräume nach ihren sozialstrukturellen Charakteristika. Damit wird auf Basis statistisch analysierter Daten mit einem Blick deutlich gemacht, wo in Mannheim keine oder nur geringe soziale Risikolagen zu erkennen sind und wo diese in stärkerem Maße auftreten. Ergänzend dazu liefert Kapitel 6 für jeden Planungsraum einen Überblick über die Ausprägung sämtlicher Indikatoren. Damit haben Leserinnen und Leser, die sich für ein bestimmtes Quartier im Besonderen interessieren, dessen Daten auf einen Blick zur Verfügung.

Der Mannheimer Sozialatlas 2017 steht unter https://www.mannheim.de/sozialatlas zum Download zur Verfügung.

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