Nachbarschaft

Impressionen von der Lichtmeile 2019

Jeden November findet in der Neckarstadt-West das beliebte Kulturfest statt, das manche den besseren Nachtwandel nennen. Während der Lichtmeile zeigt die Kunst- und Kulturszene, was in ihr steckt.

Der Eröffnungsabend

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Als Aushängeschild bezeichnete der neue Bildungsbürgermeister Dirk Grunert die Neckarstadt-West am Eröffnungsabend der 15. Lichtmeile. Das Kulturfest sei ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung im Quartier. Um ein gemeinsames Miteinander voranzubringen, sei gegenseitiger Respekt unter den vielen Nationen nötig.

Von Freitag bis Sonntag hatten Kulturschaffende und Einwohner*innen ganz unterschiedlicher Nationalitäten über 180 Veranstaltungen unter Koordination des Quartiermanagents auf die Beine gestellt. Die Neckarstädter Nächte am Freitagabend boten wie jedes Jahr Musik aller Stilrichtungen, von internationaler „Volksmusik“ über Elektro, Techno und sakralen Klängen. Am Samstag öffnen traditionsgemäß die vielen teilweise versteckten Ateliers ihre Pforten und lassen Kunstliebhaber*innen hinter die Kulissen der Kunstwerkstätten schauen. Auch hier kennt die Vielfalt keine Grenzen. Ab Sonntagnachmittag ging die Lichtmeile wie jedes Jahr auf die Zielgerade. Für die kleinen Besucher*innen hatte das viel besuchte Kinderprogramm wie meistens zu geringe Kapazitäten. Hier besteht offensichtlich ein größerer Bedarf. Bei der „Literatur an ungewöhnlichen Orten“ konnte man am Sonntagabend unter anderem wieder Hinter Schloss und Riegel in der Polizeizelle seinen Bedarf an Lesungen decken. Die Lichtmeile verlief in diesem Jahr ausgesprochen friedlich, so dass niemandem seine Rechte verlesen wurden und die Zuhörer*innen ungestört der Literatur lauschen konnten.

Zum Auftakt hatten die Organisatoren um Quartiermanager Gabriel Höfle im Alten Volksbad einen im Jahre 1904 gefertigten Flügel aufgebaut, auf dem Hyunjoo Shin und Sangmin Lee beeindruckende klassische Musik erklingen ließen.

Samstagabend in der Waldhofstraße

Neben der Buchbinderei Schrimpf, in welcher der Neckarstädter Künstler Mehrdad Zaeri gezeichnet hatte, gab es im Hof Live-Musik mehrerer Bands sowie einladende Bewirtung für das zahlreiche Publikum. Außerdem konnten im Hausflur die Ideen der Kinder der Uhland-Grunschule für autofreie Straßen bewundert werden und man konnte sich über den stetigen Ausverkauf der Neckarstadt an Investoren informieren lassen. Höhepunkt des Abends in der Waldhofstraße war jedoch der Keller, der sich in zwei Bereiche gliederte: Zum einen den Kellerraum „Schöner Wohnen“, der recht wohnlich und auch wohnungspolitisch eingerichtet war – man konnte selbst Statements hinterlassen und sich selbst fotografieren – und zum anderen gab es den Vorführraum, in dem spannende Film- und Fotoaufnahmen der Hausbesetzung, Stürmung durch die Polizei (mit Abseilen aus dem Hubschrauber) und Abriss des „Lortzingblocks“ von 1993 gezeigt wurden. Die Waldhofstraße war damals noch eine Einkaufsstraße.

Ein Lichtgarten

Im urbanen Garten auf dem Zeppelinplatz konnte eine wunderschön funkelnde Lichtinstallation bewundert werden. Es kamen und gingen immer wieder kleine Grüppchen durch den Garten oder haben sich am Feuer aufgewärmt. Für nächstes Jahr kündigen die Gärtner*innen noch mehr an.

Kinderprogramm

Neben der „Literatur an außergewöhnlichen Orten“ hatte der Sonntag vor allem das Kinderkulturprogramm am Nachmittag zu bieten. Für viele Familien der Höhepunkt der Lichtmeile. Entsprechend überlaufen sind die Veranstaltungen. Beim Figurentheater „Gute Nacht, kleine Raupe“ war innerhalb kürzester Zeit Einlassstop. Bereits einen Tag zuvor hatte der Neckarstädter Künstler Mehrdad Zaeri im Jungen Nationaltheater in der Alten Feuerwache sein junges Publikum begeistert. Er zeigte den Kindern, wie aus Gekritzel Geschichten werden und ließ der kindlichen Phantasie freien Lauf. Die Ideen der Kinder setzte er live um. Gebannt schauten die Kleinen zu und brachten sich mit eigenen Gedanken ein. Im Kinderladen Sterntaler durfte jedes Kind in seinem eigenen „Schuhkartontheater“ seine eigene Lieblingsgeschichte basteln und mit nachhause nehmen. Im Alphörchen schickte die Neckarstädter Kinderbuchautorin Isabel Acker ihre kleinen Zuhörer*innen auf eine lange Reise in einem Fahrstuhl durch viele Nationen. Leute steigen ein, Leute steigen aus, und es gab viel zu entdecken. Die Kinder ab vier Jahren konnten teilweise sogar schon die Länder erraten, in welchen der Fahrstuhl gerade halt machte.

Eure Fotos von der #Lichtmeile 2019

Wer weitere Fotos beisteuern möchte, sendet diese bitte mit dem Betreff „Lichtmeile“ und einer kurzen Beschreibung, was zu sehen ist, und der Angabe, ob euer Name genannt werden soll, an redaktion@neckarstadtblog.de.

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