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Stadtentwicklung

Alter Messplatz und Neckarufer im Beteiligungshaushalt

Teil 1 unserer Reihe zum Beteiligungshaushalt.

Für viele Neckarstädter sind der Alte Messplatz und der angrenzende Bereich bis zum Neckarufer und natürlich die Neckarwiese selbst ein zentrales Stadtteilthema, was sich auch an den vielfältigen Vorschlägen im Beteiligungshaushalt ablesen lässt.
So fordert z.B. Christian: „Wir wollen den Alten Bahnhof zurück!“ (36 Unterstützende). Die Waggons seien kein Ersatz für ein „historisch bedeutsames Gebäude“. Leider lässt sich die Zeit aber nicht zurückdrehen, daher beschäftigen sich auch andere Vorschläge mit diesem Gelände. Während sich Sonja an diesem Platz eine „Moderne Stadtbibliothek für Mannheim“ (97 Unterstützende) wünscht, spricht sich Ute dafür aus, dass der Bereich unbebaut (56 Unterstützende) und der Zugang zum Neckar erhalten bleibt. Die Neckarstädter haben sich seit dem Abriss des alten Bahnhofsgebäudes an die freie Fläche, den unverstellten Blick auf den Neckar gewöhnt. Ob ein Neubau an dieser Stelle auf viel Gegenliebe in der Bevölkerung stoßen würde, darf zumindest angezweifelt werden.

Beteiligungshaushalt? Wie mache ich da mit?

Im ersten Schritt konnten Bürgerinnen und Bürger eigene Vorschläge für den Haushalt einreichen.

Alle Vorschläge, die mindestens 100 Unterstützende haben, werden vom zuständigen Fachdezernat geprüft und mit entsprechenden Stellungsnahmen für die Umsetzung versehen. Diese werden dann erst in den vorbereitenden Ausschusssitzungen für die Etatberatungen besprochen und anschließend im Gemeinderat behandelt und entschieden. Auch für das Unterstützen müssen Sie sich registrieren!

Es gibt insgesamt 350 Vorschläge, bei bislang 4329 Teilnehmern und 29196 Bewertungen.

Noch mehr Informationen finden sich in unserem Beitrag zum Ende der Vorschlagsphase.

Ein weiterer Beitrag kritisiert die Fortschritte, die die Planungen auf der südlichen Platzhälfte machen: Christian bemängelt – für uns nicht nachvollziehbar –, dass nicht die geplante große Freitreppe, sondern nur eine „eine winzige Treppe, die man kaum sieht“ umgesetzt wurde (77 Unterstützende). Die Treppe hinter dem Einraumhaus ist kaum als winzig zu bezeichnen und wird viel genutzt. Recht hat er allerdings, was den Privatparkplatz des Biergartens angeht, der ganzjährig bewirtschaftet wird. Dieser Platz sollte eigentlich der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Cathrin wünscht sich dringend eine öffentliche Toilette an der Neckarwiese (182 Unterstützende). Anscheinend wird die von der Stadt bezahlte Lösung im Biergarten-Waggon zum einen von den Besuchern der Neckarwiese nicht wahrgenommen, zum anderen wurde wiederholt von Bürger/innen kritisiert, dass die vor dem Toilettenwagen positionierte Reinigungskraft mitsamt Trinkgeldteller den Eindruck erwecke, dass es sich eben nicht um eine öffentliche Toilette handele. Die Stadt bezahlt dem Biergartenbetreiber nach Informationen des Mannheimer Morgens schließlich 300 Euro im Monat.

Manche Vorschläge aus dem Beteiligungshaushalt befinden sich längst in Planung. Der „barrierefreie Abgang zum Neckarufer“ (79 Unterstützende), den Ulrike fordert, wurde vor einem Jahr im Bezirksbeirat vorgestellt und ist bereits im Gemeinderat beschlossen, doch das Vorhaben zieht sich schon seit 2006 hin – kein Wunder, dass die Bürger/innen da ungeduldig werden. Auch die von Jürgen vorgeschlagene „Neugestaltung des Neckarufers“ (187 Unterstützende) ist ein langjähriges Projekt, das spätestens seit „blau_Mannheim_blau“ (PDF, 2011) einen äußerst sperrigen Namen hat. Auf analogem Weg gab es noch den Wunsch nach „mehr Buchten am Neckar“ (45 Unterstützende). Seit sich bei einem Hochwasser die Emma-Weihrauch-Bucht auf der westlichen Seite der Kurpfalzbrücke gebildet hat, haben die Westler augenscheinlich Geschmack an ihrer eigenen Bucht gefunden.

Auch der Alte Messplatz lässt den Teilnehmer/innen zufolge einige zu wünschen übrig. „Der Platz wirkt durch seine Gestaltung kalt und kahl“, schreibt Valentine und möchte deshalb mehr Grün auf dem Platz (208 Unterstützende). Die bisher dort platzierten Bäumchen sind jedenfalls keine großen Schattenspender – das wird jeden Sommer auf’s Neue klar. Einziger Lichtblick ist die Wasseranlage.

Astrid schreibt in ihrem Vorschlag (94 Unterstützende):

Der Alte Messplatz ist ein sehr beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und für Menschen mit vielen verschiedenen Hintergründen und Lebensweisen in der Neckarstadt. Hier wird Diversität gelebt! Die Kinder lieben den Platz, besonders im Sommer, wenn sie im Wasser spielen können.
Leider ist der Platz oft verdreckt, auch mit gefährlichem Müll, wie Scherben, Kronkorken, Zigarettenkippen usw.
Natürlich müssen zu einer Verbesserung vor allem auch die Besucher*innnen beitragen, aber das könnte durch häufigeres säubern durch die Stadt unterstützt werden.

Auch sie wünscht sich darüberhinaus eine öffentliche Toilette auf dem Platz oder in unmittelbarer Nähe.

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Das Neckarstadtblog dankt für die Unterstützung von:

Café COHRS, Buchbinderei Annette Schrimpf
Mannheim sagt Ja! (Kommende Veranstaltungen in 2019)

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